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42 Tote durch E-Zigaretten in den USA

Die Krise um E-Zigaretten in den USA weitet sich immer weiter aus: Die Zahl der Toten ist auf mehr als 40 gestiegen, die Fälle der Erkrankten nahm auf nun 2.172 und die Ursache ist auch noch nicht abschließend geklärt.  

red/Agenturen

Steigende Fallzahlen und immer noch keine vollständig geklärte Ursache: Die Zahl der Toten nach dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA liege nun bei 42, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Opfer stammten aus 24 US-Bundesstaaten. Die Zahl der Erkrankten habe auf nun 2172 bestätigte Fälle zugenommen. Vor einer Woche hatte die CDC noch von 39 Toten und 2051 Kranken berichtet.

Unterdessen sank die Zahl der Zigaretten-Raucher in den USA 2018 auf 13,7 Prozent der Erwachsenen, also etwa jeden Siebten – und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen dieser Zahlen vor rund 50 Jahren. Zigaretten waren damit weiter das am weitesten verbreitete Tabak-Produkt, wie die CDC am Donnerstag mitteilte. Weitere 3,2 Prozent der Erwachsenen benutzten E-Zigaretten, ein Anstieg von 0,4 Prozent zwischen 2017 und 2018 – vor allem, weil deutlich mehr junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren E-Zigaretten gebrauchten. Die CDC rät vom Rauchen und vom Gebrauch von E-Zigaretten ab.

Die Ursache für die Lungenschäden nach dem Gebrauch von E-Zigaretten ist laut CDC immer noch nicht abschließend geklärt. Als eine mögliche Ursache war zuletzt ein aus Vitamin E gewonnenes Öl, ein Vitamin-E-Azetat, ausgemacht worden. „Es handelt sich um das erste Mal, dass wir eine mögliche besorgniserregende Chemikalie in Proben von Patienten mit diesen Lungenkrankheiten entdeckt haben“, hatte die Behörde mitgeteilt. Es müsse aber noch weiter geforscht werden.

Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Wegen seiner molekularen Struktur kann der Stoff beim Einatmen gefährlich werden. Zu den möglichen toxischen Wirkungen von α-Tocopherylacetat (Vitamin E-Acetat) sei bisher wenig bekannt, sagte Frank Henkler-Stephani vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Bisherige Bewertungen betrafen hauptsächlich den Kosmetikbereich, weil eine unbeabsichtigte Inhalation von Vitamin-E-Acetat durch bestimmte Produkte wie Haarsprays vorkommen kann.“ Dort würden aber nur sehr geringe Mengen aufgenommen und die daraus resultierenden Risiken daher als sehr gering eingeschätzt. „Die aktuellen Vorfälle in den USA stehen dagegen mit einer deutlich höheren Exposition in Verbindung.“