Corona-Pandemie

Inzidenz: jüngere und nicht geimpfte Menschen stärker betroffen

Die Corona-Pandemie wird immer stärker eine Angelegenheit der jüngeren und nicht geimpften Bevölkerung. So ist die Inzidenz bei den ungeimpften Unter-18-Jährigen zehn Mal höher als bei den geimpften. Der Anteil der sogenannten Impfdurchbrüche liegt bei 4,05 Prozent. Bei 215 Personen oder nur 0,13 Prozent führte ein Impfdurchbruch zu einer stationären Aufnahme im Spital. Innerhalb von 24 Stunden sind in Österreich insgesamt 1.438 Neuinfektionen mit dem Coronavirus hinzugekommen.

red/Agenturen

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Österreich weiter auf einen Wert von 119 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dabei wurden mit 107.618 PCR-Tests rund um das Ferienende im Osten Österreichs relativ viele Testungen eingemeldet. Die Positiv-Rate ging mit 1,3 Prozent zurück.

Mit elf Personen starben so viele Infizierte wie seit Ende Juni nicht. Damit stiegen die Opferzahl innerhalb der vergangenen Woche auf 40 Tote. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit ihrem Ausbruch 10.812 Menschenleben in Österreich gefordert.

Im Krankenhaus lagen am Dienstag 614 Personen, das sind um 35 mehr als am Vortag. 171 Infizierte wurden auf Intensivstationen betreut. Diese Zahl stieg seit Montag um einen Betroffenen und ist innerhalb einer Woche um 41 Patienten angestiegen.

Inzidenzen in allen Gruppen gestiegen

In allen Altersgruppen ist die Inzidenz weiter gestiegen. Bei Ungeimpften der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen liegt sie nun bei 331,53 und somit fast drei mal so hoch wie bei der nicht immunisierten Generation der Über-60-Jährigen. Bei der Gruppe der ungeimpften 18- bis 59-Jährigen liegt die Inzidenz nun bei 284,76 - nach 257,9 vor einer Woche.

Besonders deutlich ist der Anstieg bei der ungeimpften älteren Bevölkerung ersichtlich. Betrug die Sieben-Tages-Inzidenz vor einer Woche noch 85, liegt sie nun mehr bei 132,52. Die Sieben-Tages-Inzidenzen nach Impfstatus machen einmal mehr deutlich, dass die Corona-Schutz-Impfungen wirken. Bei den immunisierten Zwölf- bis 17-Jährigen beträgt die Inzidenz nur 32,76 - das ist nur rund ein Zehntel des Werts der Ungeimpften. Noch geringer ist sie bei der älteren Bevölkerung. Bei jenen Über-60-Jährigen, die bereits über den vollen Impfschutz verfügen, liegt sie nur bei 31,36, in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen stecken sich quasi die meisten bereits immunisierten Menschen an. So liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Geimpften in dieser Altersklasse bei 57,26.

Impfstatus der symptomatischen Fälle veröffentlicht

Die AGES hat nun auch die Inzidenzen nach Impfstatus bei den auch tatsächlich symptomatischen, also erkrankten Infizierten veröffentlicht. In der jüngsten Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei geimpften und symptomatischen Jugendlichen mit Datenstand 6. September bei 10,32, bei den ungeimpften rund 16 Mal höher bei 164,44. In der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen erkrankten bei den geimpften Personen 37,25 pro 100.000 Einwohner, bei den ungeimpften entwickelten 172,47 je 100.000 Menschen nach einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 Symptome. Bei den Über-60-Jährigen erkrankten 14,24 pro 100.000 Einwohner an Covid-19, vier Mal mehr waren es bei den ungeimpften. So lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei der nicht immunisierten Altersgruppe über 60 Jahren bei 56,97.

Impfkampagne gerät ins Stocken

Die Impfkampagne ist in Österreich mittlerweile ins Stocken geraten, gerade einmal 6.359 Immunisierungen wurden am Montag verabreicht. So sind auch erst 30,29 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums vollständig geimpft. Die Gruppe der 18- bis 59-Jährigen weist 62,49 Prozent vollständig Immunisierte auf. Die höchste Durchimpfungsrate liegt bei der Generation 60 plus vor: 83,18 Prozent sind doppelt geimpft, 86,10 Prozent haben zumindest einen Stich erhalten.

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate im Burgenland mit 69,1 Prozent. In Niederösterreich sind 64,8 Prozent der Bevölkerung geimpft, in der Steiermark 62,2 Prozent. Nach Tirol (61,1), Wien (60,7), Vorarlberg (59,9), Kärnten (58,5) und Salzburg (58,5) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 57,3 Prozent.

Anteil der Impfdurchbrüche liegt bei 4,05 Prozent

Von den 252.976 seit Anfang Februar in Österreich laborbestätigten Corona-Fällen bei den Über-Zwölfjährigen - das entspricht der impfbaren Bevölkerung - waren 6.793 Betroffene vollständig geimpft. Damit liegt der Anteil der sogenannten Impfdurchbrüche - das sind vollständig Geimpfte mit symptomatischer Infektion - mittlerweile bei 4,05 Prozent (Stichtag: 7. September). Bei 215 Personen oder nur 0,13 Prozent führte ein Impfdurchbruch zu einer stationären Aufnahme im Spital.

In Prozentanteilen gerechnet sind der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zufolge die Impfdurchbrüche mit 4,43 Prozent in der Altersgruppe der Über-60-Jährigen am Höchsten. Das ist insofern wenig verwunderlich, als die Impfquote bei den Senioren am höchsten ist. Der Anteil von bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen mit Krankenhausaufnahme lag bei vollständig immunisierten Über-60-Jährigen bei 0,51 Prozent.

Bei den 18- bis 59-Jährigen machten die Impfdurchbrüche 3,22 Prozent aus, zu Krankenhausaufenthalten führte das in 0,02 Prozent der Fälle. In absoluten Zahlen waren das 30 Betroffene. Fast keine Impfdurchbrüche zeigen sich bisher bei den Zwölf- bis 17-Jährigen, wo allerdings auch die Impfbereitschaft am Geringsten ist. 49 vollständig geimpfte Jugendliche infizierten sich neuerlich, in keinem Fall war aber eine Überstellung in ein Krankenhaus erforderlich.

Was die Impfeffektivität betrifft, lag diese laut AGES im Zeitraum Anfang Februar bis Anfang September in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen bei 88,43 Prozent und bei den Über-60-Jährigen bei 89,97 Prozent. Das bedeutet, dass eine Infektion bei den vollständig Geimpften im Vergleich zu den nicht vollständig Geimpften für den Beobachtungszeitraum um fast 90 Prozent reduziert war, betonten Experten. Nach Berechnungen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurden in den Monaten Februar bis August 2021 österreichweit 9.484 Krankenhausaufenthalte, 2.524 Aufenthalte in Intensivstationen und 2.849 Todesfälle vermieden.