Coronavirus

Südkorea meldet deutlichen Anstieg bei Infektionen

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder deutlich gestiegen. Sorgen bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen in einem Logistikzentrum eines Online-Versandhändlers. In Deutschland entwickeln sich Flüchtlingsheime zu Hotspots, wo die Zahl der Corona-Infektionen einem Bericht zufolge weiter ansteigt.

red/Agenturen

Südkorea: Infektionen in Logistikzentrum

In Südkorea bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen in einem Logistikzentrum eines Online-Versandhändlers in der westlich von Seoul gelegenen Stadt Bucheon Sorgen. Bis zum Mittwochmorgen wurden den Angaben zufolge 36 Fälle unter den mehr als 4.000 Beschäftigten oder bei Kontaktpersonen bestätigt. Sämtliche Mitarbeiter sollten sich einem Virustest unterziehen.

Die Behörden vermuten, dass sich der erste Infektionsfall in dem Logistikzentrum auf einen Ausbruch unter Clubgästen in Seoul zurückführen lässt. Dort hatte der Nachweis bei einem 29-jährigen Besucher mehrerer Clubs und Bars in dem beliebten Ausgehviertel Itaewon Anfang des Monats Alarm ausgelöst. Mittlerweile werden mit dem Itaewon-Ausbruch mehr als 250 Infektionsfälle in Verbindung gebracht.

Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, wurden am Dienstag 40 weitere Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Das war der höchste Anstieg seit sieben Wochen. Die Gesamtzahl kletterte demnach auf 11.265. Bisher wurden 269 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gebracht.

Der jüngste Anstieg der Fallzahlen in Südkorea erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt. In einer zweiten Phase der Schulöffnungen wurde am Mittwoch landesweit der Unterricht für weitere etwa 2,4 Millionen Schüler wieder aufgenommen.   Nach dem Höhepunkt des Ausbruchs Ende Februar mit mehr als 900 Fällen innerhalb eines Tages hatte Südkorea im März die Lage weitgehend in den Griff bekommen.

Deutschland: Zahlen steigen in Flüchtlingsheimen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Flüchtlingsheimen in Deutschland steigt einem Bericht zufolge weiter an. Das Virus verbreite sich in Asylunterkünften ähnlich schnell wie auf Kreuzfahrtschiffen, heißt es der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" zufolge in einer Studie der Universität Bielefeld. 


Zu den am stärksten betroffenen Bundesländern zählt demnach Bayern, wo mitunter jeweils mehr als 1.000 Asylbewerber in sogenannten Anker-Zentren untergebracht sind. Laut bayerischem Innenministerium haben sich dort bisher 1.486 Menschen in Asylunterkünften mit Corona infiziert. 20 Einrichtungen stehen demnach derzeit unter Quarantäne. In Regensburg wurden binnen einer Woche derart viele Flüchtlinge positiv auf Covid-19 getestet, dass die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner deutlich überschritten wurde.