Corona-Impfung

Wiener Kaufhaus Gerngross startet mit Impfangebot

Für „Spontan-Impfer“ gibt es mit der Impfstelle im Kaufhaus Gerngross auf der Mariahilfer Straße eine weitere Möglichkeit zur Immunisierung gegen das Coronavirus. „Wir wollen damit unseren Beitrag leisten“, sagte Gerhard Wohlmacher, der Center Manager des 1879 gegründeten Traditionskaufhauses, im Gespräch mit der APA. Aus Eigeninitiative wandte man sich an die Stadt Wien, weniger als eine Woche später wurde am heutigen Donnerstag kurz nach 10.00 Uhr der erste Stich gesetzt.

red/Agenturen

Ein Aufsteller weist am Eingang auf die Impfmöglichkeit hin, 17 Digital-Screens in Innenbereich zeigen ebenfalls an, dass es im ersten Stock, gleich nach der Rolletreppe, zur Impfung geht. Wohl an die 20 Personen nutzten die Möglichkeit bis zum frühen Nachmittag, kurz nach 13.00 Uhr waren es fünf Impfwillige an Ort und Stelle. Eine Frau der Generation 65 plus wollte wissen, wo es denn hier zur Impfung gehe. „Sonst kannst ja bald in kein Kaffeehaus oder sonst irgendwo mehr hineingehen“, lautete ihre Befürchtung und Motivation zur Immunisierung. Auch eine 14-Jährige wählte den Weg zum „Stichtag“ im Gerngross, wie auch ein Mittdreißiger, der gegenüber der APA aber sagte, dass er beim Erledigen seiner Besorgungen nur zufällig auf das Angebot aufmerksam geworden sei. Warum er sich nicht vorher impfen ließ? „Von so einem Angebot hab ich bisher nichts gewusst, und wegen des Delta-Virus ist eine Impfung wichtig“, meinte er.

Bereits seit dem Lockdown-Ende Anfang Mai besteht beim Eingang zum Gerngross in Kooperation mit der gegenüberliegenden Apotheke die Möglichkeit zum Antigen-Test. Für Kaufhäuser üblich werden die Frequenzspitzen am Freitag und Samstag erwartet, und somit auch die meisten Impfungen. Vom Potenzial her frequentierten in Spitzenzeiten vor der Pandemie bis zu 60.000 Personen den Bereich um das Kaufhaus, so der Center Manager zu dem Impfangebot - vorerst bis Ende November kann nun mit Ausweis und E-Card zwischen den Impfstoffen Johnson & Johnson oder BioNTech/Pfizer gewählt werden, wer unter 18 und bereits zwölf Jahre alt ist, kann nur letztgenanntes Vakzin bekommen. Im Falle einer Zweitimpfung gilt, wie bei allen anderen niederschwelligen Stellen auch, dass diese im Austria Center (ACV) erfolgt.

Niederschwellige Angebote werden ausgebaut

Insgesamt konnte die Stadt Wien mit den niederschwelligen Impfangeboten ohne Termin 78.162 zusätzliche Impfungen generieren - die entsprechenden Angebote werden auch weiter ausgebaut, hieß es in einem Statement zu den aktuellen Zahlen, die jeweils am Montag erhoben und am Dienstag bekanntgegeben werden. Bei den Impfangeboten ohne Termin außerhalb des ACV konnten seit Eröffnung der Impfbox am Rathausplatz 23.754 Personen zusätzlich geimpft werden, 4.534 Stiche erfolgten hier, 2.849 in der Lugner City, knapp gefolgt von der Impfbox Donauinsel mit 2.347. Die Impfungen im Supermarkt, seit dem Mittwoch vergangener Woche möglich, kam bis Montag auf 743 Impfungen an den drei Rewe-Standorten. Das Impfboot (179 Impfungen) wird seinen Dienst - wie geplant - mit der zu Ende gehenden Badesaison einstellen.

Insgesamt hat Wien im Bundesländervergleich seit Anfang Juli eine äußerst effektive Impfkampagne gefahren: lag man am 1. Juli noch mit einer Erst-Durchimpfungsrate von knapp über 50 Prozent am achten und vorletzten Platz - gerade noch vor Schlusslicht Oberösterreich (49,2 Prozent) und unter dem Österreichschnitt von 53,6 Prozent, war - holte die Bundeshauptstadt bis zum 1. September ordentlich auf. Inzwischen liegt Wien mit 60,2 Prozent auch vor Vorarlberg, Kärnten und Salzburg - und auch die Differenz zum Österreichschnitt von 61,7 Prozent wurde verringert.

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