AUVA

Ärztekammer kritisiert geplante Job-Rotation von Personal

Die Wiener Ärztekammer reagiert mit heftiger Kritik an den geplanten Maßnahmen der AUVA-Führung in puncto Lorenz-Böhler-Krankenhaus und Krankenhaus Meidling. Wolfgang Weismüller, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, fordert einen sofortigen Stopp der Pläne sowie Verhandlungen zu den Umstrukturierungsplänen unter Einbindung der betroffenen Belegschaft: „Top-Down-Entscheidungen wie die Job-Rotation von Ärztinnen und Ärzten sind nicht zu argumentieren.“

red

Laut AUVA-Führung sollten mit Oktober 2020 Ärztinnen und Ärzte für den Zeitraum von drei Monaten aus dem Lorenz-Böhler-Krankenhaus ins Krankenhaus Meidling wechseln. „Diese Rotation bringt keine ‚Verbesserung der Fachkenntnisse’, wie kolportiert wurde, sondern führt nur zur Zerstörung von gut eingespielten Teams und damit zu einem Qualitätsverlust“, sagt Weismüller. Würden in Zukunft große Operationen nur mehr in Meidling durchgeführt werden, könnte das auch einen Verlust an OP-Kapazität bedeuten und damit möglicherweise zu einer schlechteren Patientenversorgung führen.

Gerade in Zeiten von Corona solche Pläne umzusetzen, zeuge von einem „ausschließlichen Fokus auf Einsparungen“, kritisiert Weismüller. Die Versorgungssicherheit steige damit keineswegs, die Anfahrtswege für betroffene Patientinnen und Patienten seien bei der doch geografisch weit auseinanderliegenden Lage der beiden Spitäler „extrem lang“.

Weismüller fordert, dass die AUVA bei etwaigen Umstrukturierung auch die Belegschaft einbindet: „Nur die medizinischen Expertinnen und Experten vor Ort können beurteilen, was auch medizinisch sinnvoll ist. Einsparung und Abbau von Angeboten über die Hintertür von Job-Rotationen dürfen jedenfalls nicht passieren.“

„Der Abbau von Kapazitäten inmitten einer Krise völlig inakzeptabel“, sagt Wolfgang Weismüller, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.