Coronavirus

Appell vor UN-Generaldebatte: Sozialen Schutz in Pandemie verbessern

Vor der Generaldebatte der UNO haben mehr als 200 zivilgesellschaftliche Organisationen einen besseren sozialen Schutz der Menschen in der Corona-Pandemie gefordert. Die Koalition rief zu Beginn der Veranstaltungen zum 75. Gründungstag der UNO am Montag in New York zur Schaffung eines globalen Fonds für soziale Sicherheit auf. Dieser soll Länder unterstützen, gefährdete Menschen schützen sowie den Zugang zu Gesundheitssystemen und grundlegenden Einkommen sichern.

red/Agenturen

Als Ergebnis der Covid-19-Pandemie sei die Zahl der schutzlosen Menschen stark gestiegen, heißt es in dem Aufruf der Global Coalition for Social Protection Floors. Allein die Zahl der Menschen ohne Nahrungsmittelsicherheit werde sich nach Vorhersagen in diesem Jahr auf 250 Millionen verdoppeln. Der Fonds solle helfen, „unnötiges Leid, Armut, extreme Ungleichheit, Gesundheitsprobleme und vermeidbare Todesfälle zu beenden“, heißt es in dem Appell.

„Die Coronakrise wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Ausbreitung von Armut und Ungleichheit“, sagte Tobias Hauschild von Oxfam der Deutschen Presse-Agentur. Die Pandemie könne weltweit rund 500 Millionen Menschen in Armut stürzen. Die Staatengemeinschaft müsse sich auf einen „Rettungspakt für alle Menschen“ verständigen. Es brauche Schuldenerlasse, Sonderhilfen des Währungsfonds und eine Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit.

Impfstoff soll für alle Menschen verfügbar sein

„Die Staatengemeinschaft muss sich auf der UN-Generaldebatte daher klar für weitere Unterstützungsmaßnahmen für den globalen Süden aussprechen“, forderte Hauschild. Die deutsche Regierung solle sich dafür einsetzen, dass armen Ländern Schulden erlassen werden. Auch müsse der zu entwickelnde Covid-19-Impfstoff für alle Menschen verfügbar sein, die ihn benötigten, fordert Oxfam, die sich auch an der Koalition für soziale Sicherheit beteiligen.

Experten des World Resources Instituts (WRI) riefen dazu auf, in den milliardenschweren Programmen zur Ankurbelung der Volkswirtschaften in der Coronakrise stärker auf den Kampf gegen den Klimawandel zu setzen. Nach einer Erhebung könnten die Konjunkturprogramme in 14 von 18 untersuchten Ländern der Umwelt eher schaden als ihr nutzen. Während die Europäische Union „am grüneren Ende des Spektrums“ liege, lägen die USA „am verschmutzenden Ende“.