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Deutscher Ärztepräsident: Corona-Tests an Flughafen können helfen

Der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich für die Einrichtung von Corona-Testzentren an Flughäfen ausgesprochen. „Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Unterdessen einigten sich die EU-Verkehrsminister auf einheitliche Hygieneregeln im Luftverkehr.

red/Agenturen

Reinhardt sagte: „Der aktuelle, erneute Anstieg der Infektionszahlen in vielen europäischen Ländern zeigt, wie schnell auch bei uns die Pandemie wieder aufflammen kann.“ Darauf müsse Deutschland sich vorbereiten. „Testzentren an Flughäfen können helfen, eine zweite Corona-Welle nach den Sommerferien zu verhindern“, sagte Reinhardt. „Jeder, der aus einem Corona-Hotspot zurückkommt, sollte sich testen lassen“, so der Ärztepräsident. Das sei zwar nur eine Momentaufnahme. Aber es gelte, die Infektionsketten so früh wie möglich zu unterbrechen.

Flughäfen sehen noch offene Fragen bei möglichen Corona-Tests 

Bei den angestrebten Corona-Tests an deutschen Flughäfen sehen die Betreiber noch offene Fragen. „In jedem Fall gilt: Sollten die Gesundheitsbehörden einen - wie auch immer gearteten - Schnelltest anordnen, müsste dieser von den Behörden durchgeführt werden“, erklärte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Mitarbeiter der Flughäfen seien nicht befugt, Passagiere auf ihren Gesundheitsstatus hin zu überprüfen. „Auch muss dann festgelegt sein, wie mit positiv geprüften Reisenden umgegangen werden soll.“

Wer aus sogenannten Risikogebieten im Ausland nach Deutschland einreist, soll künftig unmittelbar nach der Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden. Dazu sollen an deutschen Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Auf eine entsprechende Empfehlung verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz, ohne zunächst einen formalen Beschluss dazu zu fällen. Am Freitag sind weitere Beratungen geplant.

Einheitliche EU-Standards im Luftverkehr

Unterdessen haben sich die EU-Verkehrsminister auf einheitliche Standards beim Gesundheitsschutz im Luftverkehr verständigt. So gibt es eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ab dem 6. Lebensjahr, höhere Reinigungsintervalle, eine mehrsprachige Information der Passagiere sowie Abstandsgebote bei der Abfertigung - auch wenn dies zu längeren Wartezeiten führt.

„Das schafft Sicherheit, Klarheit und Vertrauen“, sagte der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Donnerstag in Berlin zum Auftakt von digitalen Beratungen über die schwierige Lage der Branche. Scheuer sagte, damit sei ein deutscher Vorschlag angenommen worden. Deutschland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.
 

Covid-19 Teströhrchen
Beim Corona-Testprogramm für den Tourismus war laut Online-Magazin „zackzack.at“ die Firma von Ex-ÖVP-Sprecher Gregor Schütze in die Vorarbeiten der Beratungsfirma McKinsey eingebunden.
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