Coronavirus

Fünf Millionen Euro für Innovationen bei Schutzkleidung

Um Innovationen bei Schutzkleidung und Masken aus heimischer Produktion anzukurbeln, hat Bundesministerin Leonore Gewessler (Grüne) angekündigt, dass der über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelte „Emergency Call“ um fünf Millionen Euro aufgestockt wird. Bis 11. Mai können entsprechende Projekte im Rahmen des Strategieplans der Bundesregierung beim FFG eingereicht werden.

red/Agenturen

Forscherinnen und Forscher arbeiten bereits unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus (COVID-19) sowie an neuen Behandlungsmethoden und Diagnosetests. Forschungsprojekte dazu unterstützt die Bundesregierung bereits mit 22 Millionen Euro. Nun werden seitens Klimaschutzministerium weitere Mittel zur Verfügung gestellt: Das BMK unterstützt mit fünf Millionen Euro Forschungs- und Entwicklungsprojekte für medizinische Hilfsgüter wie Schutzbekleidung.

„Wir wollen damit kurz- und mittelfristig bei der Bereitstellung von notwendigen medizinischen Geräten und Gütern unabhängig werden“, erklärt die zuständige Bundesministerin Leonore Gewessler. „In Österreich gibt es hervorragende Unternehmen in diesen Produktionsfeldern. Mit dieser Förderung wollen wir die Forschung im Bereich der Schutzausrüstung vorantreiben und gemeinsam mit den innovativen Forscherinnen und Forschern für Sicherheit und Gesundheit sorgen.“

Es geht dabei zum Beispiel um Fertigungsstrategien, die es rasch möglich machen, eine Produktion umzustellen, um medizinische Hilfsgüter anstatt der herkömmlichen Produkte oder zusätzlich zu diesen zu fertigen. Und es geht darum, die Produktion von medizinischen Gütern im Land zu halten. Gemeinsames Ziel: Österreich soll unabhängig werden, indem im Land die notwendigen Hilfsgüter wie Schutzkleidung, Masken, Beatmungsgeräte und deren Teile gefertigt werden.

Um Engpässe in der Beschaffung von medizinisch kritischen und dringend benötigten Materialen zu reduzieren, werden Unternehmen gefördert, die in Produktion und Innovation schnelle Lösungen finden. Vordringlich sind hier rasche, alternative Fertigungsstrategien für strategische oder kritische medizinische Hilfsgüter. Es geht dabei etwa um Schutzkleidung, Schutzausrüstung, Oberflächenbeschichtungen, medizinische Geräte und deren Teile, um Logistik in der Produktion von Medikamenten, die dabei helfen, das Coronavirus weiter einzudämmen.

Der Corona-„Emergency Call“ in Phase 3 soll den Mangel an heimischen Produkten beheben, der durch die Corona-Krise offenbart wurde. 64 Projekte wurden bereits für die ersten 22 Millionen eingereicht, erklärte Gewessler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), deren beide Ressorts diese Unternehmensprojekte und klinischen Studien finanzieren.

Als Beispiel für die erwünschte Innovation wurde der Prototyp für ein Beatmungsmodul vorgestellt, das Patienten bei Lungenbeschwerden zusätzlichen Sauerstoff liefert. Das von der TU Wien entwickelte Gerät könne mit im Baumarkt erhältlichen Teilen hergestellt werden – und daher auch in ärmeren Ländern hilfreich sein, sagte Gewessler. Man wolle mit dieser Unterstützung auch neue Produzenten nach Österreich holen: „Forscherinnen und Unternehmer sichern nicht nur Bedarf, sondern auch Arbeitsplätze“, merkte die Ministerin an.

Schramböck betonte indes, dass Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen dazu beitrage, rasch eine inländische Produktion aufzubauen und nannte Günter Grabher von der Plattform „Smart Textiles Austria“ als ein Beispiel, wie auch ein Projekt der Grazer TU und den Landeskrankenhäusern in Graz, das einen Augenschutz, der per 3D-Printer herstellbar ist, entwickelt hat. „Da folgt jetzt der Schritt in die industrielle Produktion“, sagte Schramböck, erst mit 10.000 und dann mit 100.000 Stück pro Woche.

Ein zweites Projekt zur Reinigung von Masken und Schutzanzügen unter anderem mit Beteiligung des Altkleidersammlungs-Anbieters Saubermacher und der TU Graz schafft ein Volumen von 37.000 Masken und 10.000 Einweganzügen pro Tag. Drittens nannte die Wirtschaftsministerin „frugale Innovation“ als Weg, der ressourcen-und umweltschonend zugleich sei und der von einer ebenfalls in der Steiermark angesiedelten Industrietaskforce gegangen werde.
 

Service

Alle Informationen zur Förderung und die Möglichkeit, Förderanträge zu stellen findet man unter www.ffg.at/corona
 

Am 9. April 2020 fand ein Pressestatement zu den Maßnahmen gegen die Krise im Bundeskanzleramt statt. Im Bild Bundesministerin Leonore Gewessler (l.), Margarete Schramböck (r.).
Das BMK unterstützt mit fünf Millionen Euro Forschungs- und Entwicklungsprojekte für medizinische Hilfsgüter wie Schutzbekleidung, wie BM Leonore Gewessler bei einer Pressekonferenz bekannt gab.
BKA / Andy Wenzel