G20-Länder rufen zu „Impfsolidarität“ auf

Die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides hat am Montag, dem zweiten Tag des G20-Gesundheitstreffens in Rom, zu „Impfsolidarität“ aufgerufen, die ihrer Ansicht nach „eine geopolitische Notwendigkeit" sei. Seit Dezember 2020 habe die EU 700 Millionen Dosen Impfstoff in 130 Länder exportiert.

red/Agenturen

„Trotz dieser Bemühungen haben einige Länder noch immer keinen Impfstoff erhalten. Die internationale Gemeinschaft muss reagieren und sich auf die schwächsten Gesundheitssysteme konzentrieren“, sagte die EU-Kommissarin.

„Die Lösungen müssen praktisch sein“, betonte Kyriakides und erwähnte die Forderung nach Aussetzung des Patentschutzes. „Der beste Weg, um niemanden zurückzulassen, ist die gemeinsame Nutzung von Impfstoffen und die Bereitstellung der für die Ausweitung der weltweiten Produktion erforderlichen Investitionen“, meinte die EU-Kommissarin.

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza plädierte für einen „One-Health“-Ansatz im Gesundheitsbereich. „Wir wollen in den One-Health-Ansatz investieren, der Menschen, Tiere und die Umwelt als ein einziges Ökosystem betrachtet, um somit auf die gesundheitlichen Notfälle von heute und morgen zu reagieren“, sagte Speranza.

„Gemeinsam mit allen anwesenden Ministern bereiten wir den 'Pakt von Rom' vor, um sicherzustellen, dass die Gesundheit für alle gewährleistet ist und kein Land bei der Impfkampagne zurückbleibt“, so Speranza auf Facebook. „Die Voraussetzungen für den Aufbau des 'Pakts von Rom', der Impfstoffe auch in den schwächsten Ländern garantieren wird, sind gegeben."

Laut Speranza soll „ein Pakt von Rom zur Impfung der ganzen Welt" unterzeichnet werden. Die G20-Minister beraten in der italienischen Hauptstadt über Wege, wissenschaftliche Erkenntnisse und den Zugang zu Impfstoffen auf der Welt besser und gerechter zu verteilen. Das Ziel sei „eine starke Botschaft der Zusammenarbeit, Solidarität und Gerechtigkeit, und der Überzeugung, dass niemand abgehängt wird“, hieß es von den Veranstaltern in Italien. Es handelt sich um eines der letzten G20-Ministertreffen des Jahres vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 30. und 31. Oktober in Rom.