Coronavirus und Klimaschutz

"Green Deal" als Europas Antwort auf die Krise

Die EU-Energieminister diskutierten am Dienstag einen „Grünen Wiederaufbau“. Der „Green Deal“ genannte Klimaschutzplan solle als „Kompass“ in der Krise und „Motor für den Aufschwung“ dienen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mahnte davor, „nicht in alte, umweltschädliche Gewohnheiten zurückfallen“. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zeigte sich überzeugt, den „Green Deal“ jetzt gut nutzen zu können.

red/Agenturen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte  davor, den voreiligen Schluss zu ziehen, dass die Umweltbelastung aufgrund der Coronapandemie langfristig sinke. „Den Klimawandel bekommen wir noch lange nicht in den Griff. Die Erwärmung unseres Planeten setzt sich fort und sie wird zunehmen, wenn wir weiter auf fossile Brennstoffe setzen“, sagte von der Leyen. „Jetzt, wo wir planen, Milliarden von Euro zu investieren, um unsere Wirtschaft und Arbeit wieder anzukurbeln, sollten wir nicht in alte, umweltschädliche Gewohnheiten zurückfallen“, riet die EU-Kommissionschefin. Ihrer Ansicht nach ist der „Green Deal“ die „neue Wachstumsstrategie, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen und unsere Lebensqualität zu verbessern“.

Im Anschluss an eine informelle Videokonferenz der EU-Energieminister am Dienstag forderte die österreichische Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne): „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze - hier braucht es großes Engagement in ganz Europa. Ich bin überzeugt, dass wir gerade jetzt den Green Deal nutzen müssen, um Arbeitsplätze zu sichern und Versorgungssicherheit, Innovation und europäische Wertschöpfung voranzutreiben.“

Laut den Informationen des kroatischen EU-Ratsvorsitzes stimmten die EU-Länder darüber ein, dass der Energiesektor eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau spielen soll. Initiativen wie die Gebäudesanierung, Projekte zur Förderung von erneuerbaren Energien und der „Mechanismus für einen gerechten Übergang“ zur Klimaneutralität könnten zu einer schnellen und effizienten Erholung beitragen.

Auch die „Verletzlichkeit durch globale Lieferketten für Energietechnologien“ sei auf EU-Ebene erkannt worden, berichtete Gewessler von der Videokonferenz mit ihren Amtskollegen. Die Minister haben demnach am Dienstag die Nutzung von „Green Recovery“ zum Aufbau neuer Technologien unterstrichen, um die europäische Krisenfestigkeit im Energiebereich zu erhöhen.

Gewessler will den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich „konsequent forcieren“, um das Ziel „100 Prozent Strom aus Erneuerbaren bis 2030“ zu erreichen und damit „Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu verbinden“. Österreich habe bereits einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien, dennoch werden weiterhin zwei Drittel unseres Energieverbrauchs importiert.

"Ich bin überzeugt, dass wir gerade jetzt den Green Deal nutzen müssen, um Arbeitsplätze zu sichern und Versorgungssicherheit, Innovation und europäische Wertschöpfung voranzutreiben“, ist Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) überzeugt.
„Jetzt, wo wir planen, Milliarden von Euro zu investieren, um unsere Wirtschaft und Arbeit wieder anzukurbeln, sollten wir nicht in alte, umweltschädliche Gewohnheiten zurückfallen“, riet die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.