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Corona-Impfung

Impfung ohne Anmeldung ab Samstag am Rathausplatz in Wien

Ab morgen Samstag, 3. Juli, kann man sich am Wiener Rathausplatz ohne Voranmeldung unkompliziert gegen das Coronavirus impfen lassen. Während des Film Festivals steht die Impfbox täglich zwischen 17.00 und 22.00 Uhr zur Verfügung. Für alle über 18 Jahre gibt es den nur einmal erforderlichen Impfstoff von Johnson & Johnson, für alle unter 18 Jahren wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer angeboten. Der Zweitstich erfolgt in diesem Fall dann im Austria Center Vienna.

red/Agenturen

Die Impfbox steht bis 4. September Besucherinnen und Besuchern des Film Festivals sowie Passantinnen und Passanten, die sich spontan impfen lassen wollen, zur Verfügung. Für die Immunisierung ist lediglich ein Personalausweis und - wenn vorhanden - eine E-Card notwendig. Mit der fünfstündigen Öffnungszeit können pro Tag bis zu 200 Personen geimpft werden. Die Öffnungszeiten können im Laufe des Festivals, je nach Andrang, auch variieren, informierte die Stadt Wien in einer Aussendung am Freitag. Wer sich nicht gleich impfen lassen will, kann sich in der Impfbox auch einen Termin in einem der Wiener Impfzentren ausmachen.

„Um der Delta-Mutation des Corona-Virus keine Chance zu lassen, ist eine möglichst hohe Durchimpfungsrate notwendig - umso höher und umso rascher, desto besser“, betonte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Zwar gibt es derzeit nur wenige Neuinfektionen, angesichts der ansteckenderen Delta-Variante dürfe beim Impf-Tempo aber nicht nachgelassen werden, sagte Hacker. Im Sommer soll es immer wieder Impf-Aktionen geben, die dort angeboten werden, „wo sich die Menschen aufhalten“, kündigte der Gesundheitsstadtrat an.

Steiermark plant  „Stich-Tag „ im August in Shoppingcentern

Die Steiermark plant im Sommer zahlreiche Sonder-Impfaktionen wie etwa einen  „Stich-Tag „ in drei steirischen Einkaufszentren, wie am Freitag beim 18. Impfupdate des Landes bekannt gegeben wurde. Alle Experten und Organisatoren von Impf- und Teststraßen appellierten wieder an die Bevölkerung, sich vollständig immunisieren zu lassen. Man sehe etwa an Israels steigenden Infektionszahlen bei der Delta-Variante, dass rund 60 Prozent Durchimpfung noch kein ausreichender Schutz sei.

Impfkoordinator Michael Koren sagte, mit rund 1,082.000 Stichen sei die Steiermark in den Bereichen Erst- und Zweitimpfung  „top unterwegs „. Diese Woche seien fast 100.000 Immunisierungen geplant, nächste Woche rund 70.000. Allerdings sei es auch zunehmend schwerer Impfwillige zu finden. Deshalb werde es einige Aktionen über den Sommer geben. Dazu zählt am 17. Juli ein Impftag für alle Kurzentschlossenen, in den Impfstraßen von Graz, Bruck/Mur, Premstätten und Gleisdorf, von 8.00 bis 18.00 Uhr, ohne Anmeldung und mit AstraZenecca. Zwischen 15. und 31. August werde es in drei Shoppingcentern - welche, werde noch bekannt gegeben - Immunisierungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geben. Der Einmal-Impfstoff biete nach drei Wochen die volle Immunisierung. Weiters führe man Gespräche mit der Caritas, wie man mit Migranten Aktionen setzen könne.

Der stellvertretende Landesamtsdirektor Wolfgang Wlattnig zitierte am Freitag den deutschen Virologen Christian Drosten:  „Wer sich aktiv gegen die Impfung entscheidet, entscheidet sich für eine mögliche aktive Infektion. „ Wlattnig warnte angesichts der derzeit geringen Infektionszahlen in Österreich vor der  „Gefahr der Unterschätzung der Delta-Variante, siehe Israel und Portugal. Deshalb unser Appell an die Menschen zu einer Vollimmunisierung. Alle zugelassenen Impfstoffe schützen vor schwerer Erkrankung, der Staat Österreich bietet quasi eine gratis Vollkaskoversicherung an. „

Zahl der Anmeldungen auf niedrigem Niveau

Die Zahl der Anmeldungen sei Wlattnig zufolge stabil, aber auf niedrigerem Niveau als zuletzt, rund 1.000 täglich, was im Monat leider nur 30.000 Impfungen ergeben würde. In der Steiermark sind bei Menschen über zwölf Jahren rund 1,1 Millionen Impffähige, davon habe man rund 60 Prozent erstgeimpft, rund 40 Prozent immunisiert. Da seien die voll Genesenen noch nicht dabei, diese brauchten nur einen Stich.  „Aber aus Israel wissen wir, dass 60 Prozent Erstgeimpfte nicht ausreichen, um Delta zu stoppen. „

Der Leiter der Teststraßen, Harald Eitner, wies u.a. darauf hin, dass in den Test- und Impfcentern zwar nur noch MNS-Masken getragen werden müssten.  „Ich persönlich empfehle aber ausdrücklich die Verwendung von FFP2-Masken. Man muss sich bewusst sein, dass jeder Mensch, dem man dort begegnet, noch nicht vollimmunisiert ist. „ Eitner verwies in Bezug auf steigende Infektionszahlen auf Portugal:  „Das Land war vor wenigen Wochen noch Musterfall, nun steigt die Infektionszahl wieder enorm an. „

Der Mediziner Klaus Vander schätzte, dass  „mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln das Virus nicht weltweit ausgerottet werden kann. „ Man könne aber die Zahl schwerer Verläufe, der Hospitalisierungen und die Sterblichkeit eindämmen, indem man flächendeckend jeden über 45 Jahren impfe. Weiters müsse man das Kollektiv der Impfbaren möglichst breit erfassen. Man müsse auch die höhere Verbreitungsrate der Delta-Variante berücksichtigen.  „Nur die Impfung schützt à la longue, Punktum, aus, da braucht man nicht mehr diskutieren. „ Der ursprüngliche Wildtyp des Virus sei ja eigentlich schon fast verschwunden, es kämen immer mehr die Alpha- und nun noch die Variante mit der höheren Verbreitungsfreudigkeit, nämlich Delta, auf.

Pop-Up-Impfungen in Oberösterreich

Die Situation hat sich gedreht und damit hat auch das Land Oberösterreich seine Impfstrategie dem Umstand angepasst, dass es inzwischen mehr Impfdosen als Impfwillige gibt. Pop-Up-Impfstationen, Plakataktionen u.a. in Ordinationen und Spitälern sowie gezielte Infos für junge Menschen und Migranten sollen dazu führen, dass sich mehr eine Spritze geben lassen, informierte LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) am Freitag in einer Pressekonferenz in Linz.

Bis zum 24. Juli stehen noch rund 83.000 freie Termine zur Verfügung. Um eine Anmeldung unkomplizierter zu machen, wurde das System überarbeitet. So gibt es keine Terminvorschläge mehr, sondern man kann frei wählen. Das gilt auch für die zweite Immunisierung, dieser Termin wurde bisher automatisch vergeben. Er kann nun entsprechend dem empfohlenen Intervall eigenständig gebucht werden.

Zudem sollen die Impfangebote niederschwelliger und regionaler werden. Das erste Projekt wird ab kommender Woche im Passage-Center in Linz gestartet. Dort wird der Impfstoff Johnson & Johnson ohne Anmeldung verimpft, das heißt eine Spritze reicht zur Vollimmunisierung. Die Aktion  „Shoppen und Impfen „ soll auch in der PlusCity in Pasching starten, Gespräche seien laut Landeshauptmannstellvertreterin am Laufen. Derartige Pop-Up-Impfungen soll es auch in Gemeinden, bei Veranstaltungen und an Plätzen geben, an denen sich viele, vor allem junge Menschen treffen, präsentierte sie Details. Weiters will das Land die Lehrlingsimpfungen forcieren.

Intesivierung der Werbekampagnen

Außerdem plane man eigene Werbemaßnahmen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Eine Kampagne mit eigenen Sujets für Junge sowie Migranten startet am Montag. Denn Aufholbedarf bestehe vor allem bei den Unter-55-Jährigen.  „Die Auswertung der Impfquote bestätigt, dass je jünger die Personen umso geringer die Impfbeteiligung „, fasste Haberlander zusammen.

Führe die adaptierte Impfstrategie nicht zum gewünschten Ziel, werden weitere Maßnahmen überlegt. Eine Belohnung in welcher Form auch immer werde es für das Impfen in Oberösterreich nicht geben.  „Wir gehen den Weg der Bundesregierung „, die derzeit keine Gutscheine oder sonstige Goodies plane, stellte Haberlander klar.

 

 

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