Corona-Pandemie

Intensivmediziner finden mehr Druck auf Impfunwillige richtig

Von den deutschen Intensivmedizinern kommt Zustimmung zu der Strategie von Bund und Ländern, mehr Druck auf Impfunwillige zu machen. „Jetzt ist jedes Mittel richtig, sowohl zu motivieren als auch einen gewissen Druck auszüben“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Mittwoch im Radiosender Bayern 2. Er verstehe nicht, warum Menschen sich nicht impfen ließen, sofern sie keine dem entgegenstehenden Vorerkrankungen hätten.

red/Agenturen

„Wenn man das viele Leid der Verstorbenen und der Angehörigen und derer, die die Infektion überlebt haben, sieht, kann ich es persönlich nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft der Impfung nicht nutzt“, sagte Marx. Er betonte zugleich mit Blick auf die Pandemie-Lage: „Wir sind noch nicht über den Berg. Wir haben es selber in der Hand, ob eine vierte Welle steil wird oder ob sie flach bleibt.“

Der Mediziner lobte die Verabredung von Bund und Ländern vom Dienstag, neben der Zahl der Neuinfektionen künftig auch die Belegung der Intensiv-Betten in die Corona-Lagebeurteilung einzubeziehen. Zugleich begrüßte er, dass die neuen Indikatoren nicht „Schnellschussverfahren festgelegt“ worden seien.

Neue Maßstäbe sollen zügig festgelegt werden

„Das ist relativ komplex“, sagte Marx. „Aber ich gehe davon aus, dass die Neuaufnahmen von Corona-Patienten in die Krankenhäuser und die Belegungsquote der Intensivbetten durch Covid-Fälle dazugehören. Die Experten des Robert-Koch-Instituts und des Divi sind da schon dran.“

Die Hausärzte dringen darauf, die neuen Maßstäbe zur Beurteilung der Pandemie-Lage zügig festzulegen. Es bedürfe „eines bundeseinheitlichen, umfassenden Bewertungssystems des Pandemiegeschehens auf Basis unterschiedlicher Faktoren“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt. Für die Erarbeitung solcher neuen Maßstäbe „war Zeit genug in den letzten Monaten“.