Pflegereform

Kärntner Landesregierung drängt Bund zu Reformen

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) haben am Montag vor Journalisten Forderungen zur Pflegereform an die Bundesregierung gerichtet. Eine Pflegeausbildung mit Matura müsse an öffentlichen Schulen etabliert werden, das AMS-Fachkräftestipendium soll für Pflegeausbildungen geöffnet werden, das Pflegegeld müsse reformiert und jährlich valorisiert werden und es brauche Mindeststandards für die 24-Stunden-Betreuung, sagte Kaiser.

red/Agenturen

Aktuell befänden sich rund 1.200 Menschen in Kärnten in einer Ausbildung zur Pflegeassistenz, zur Pflegefachassistenz oder zur diplomierten Pflegekraft, so der Landeshauptmann, der überall in Österreich „Pflege-Servicestellen“ in den Gemeinden sehen möchte, wie Kärnten das umsetze. Prettner forderte eine Ausweitung der Bildungskarenz auf zwei Jahre und warb bei Auszubildenden für die Pflege: Es handle sich um sichere Arbeitsplätze mit guten Einstiegsgehältern. Bei 24-Stunden-Betreuern müsse man mit den Agenturen zusammenanarbeiten und kontrollieren können, dass die Personen deutsch sprechen und eine qualitätsvolle Ausbildung hinter sich haben, verlangte die Landeshauptmann-Stellvertreterin.

Die Frage, wie viele Stellen im Pflegebereich in Kärnten derzeit nicht besetzt werden können, konnte Prettner nicht beantworten. Es gebe die Herausforderung einer Pensionierungswelle, man versuche den Bedarf mit den Ausbildungen zu decken. Kaiser verwies auf Expertenschätzungen, wonach bis 2030 für Kärnten heruntergebrochen 4.000 bis 4.500 zusätzliche Pflegekräfte notwendig sein werden.

Der Kärntner Oppositionspolitiker Gerhard Köfer (Team Kärnten) meldete sich via Aussendung zu Wort und forderte die Landesregierung auf, „die eigenen Hausaufgaben“ zu erledigen. Er forderte ebenfalls eine Pflegeausbildung mit Matura und kritisierte, dass sich zu wenige Pflegeheime einem Qualitätsmanagement unterziehen. Man würde eine Verpflichtung dazu mit der SPÖ im Landtag beschließen, wenn deren Koalitionspartner ÖVP nicht bereit wäre.