Krankenkassen

Krenn weist Packelei-Vorwurf zurück

Matthias Krenn (FPÖ), Chef des Überleitungsausschusses und künftig Obmann der neuen Gesundheitskasse (ÖGK), hat am Freitag Packelei bei der Besetzung der obersten Management-Posten im neuen Sozialversicherungs-Dachverband dementiert. Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) sah das anders und sprach von „skandalösen Vorgängen“ rund um die Bestellung.

red/Agenturen

Dass die Besetzung der Top-Posten mit Investmentbanker und Gesundheitsökonom Martin Brunninger als Büroleiter und dem aus der Gewerbe-Sozialversicherung kommenden Alexander Burz von FPÖ und ÖVP längst paktiert gewesen seien, wies Krenn am Freitag im Ö1-“Morgenjournal“ zurück. Es sei eine renommierte Personalberatung eingeschaltet gewesen, „der kann man zutrauen, dass sie die besten auf den Tisch gelegt haben“.

Neuer Dachverband-Büroleiter Brunninger habe Job in London „sicher ins Blaue rein gekündigt

Auch dass Brunninger bereits vor der Bestellung am Donnerstagabend seinen Job in London aufgegeben hat, ist aus Krenns Sicht völlig unverdächtig. „Der hat sicher ins Blaue rein gekündigt, also der hat keine Garantie gehabt“, versicherte er.

FSG-Vorsitzender Rainer Wimmer schenkt solchen Zusicherungen keinen Glauben. „Das neue Führungsduo in der Sozialversicherung muss bei allen Versicherten die Alarmglocken schrillen lassen. Künftig entscheiden ein FPÖ-naher Banker und ein Abgesandter der Industriellenvereinigung über die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, kritisierte er in einer Aussendung. ÖVP und FPÖ hätten „auf unverschämte Art und Weise ihre Personalwünsche durchgedrückt“.

Für die Arbeitgebervertreter sei es nun ein leichtes, ihre Forderungen durchzubringen. „Leistungskürzungen und Selbstbehalte im Gesundheitsbereich werden vorbereitet und in Umsetzung gebracht werden“, warnte Wimmer.