Nach Warnstreik der Klinikärzte neues Angebot der kommunalen Arbeitgeber

Im Tarifstreit um bessere Arbeitsbedingungen für die Ärzte an den kommunalen Kliniken haben die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt. Zwei Tage nach den ersten Warnstreiks stellte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) der Ärztegewerkschaft am Freitag die dauerhafte Absicherung des Tarifvertrags für die Ärzte in Aussicht.

 

red/Agenturen

Das war aus Gewerkschaftssicht einer der größten Knackpunkte in den Tarifverhandlungen. Der Marburger Bund hatte in den bislang drei Tarifrunden auf eine rechtsverbindliche Vereinbarung zur Absicherung der Tarifverträge gepocht und sich dabei auf das Tarifeinheitsgesetz berufen. „Mit dem heutigen Angebot hat der Marburger Bund die Garantie, den seit vielen Jahren bestehenden Tarifvertrag für die Krankenhausärzte auch rechtlich zweifelsfrei zu sichern", erklärte VKA-Verhandlungsführer Dirk Tenzer. Er rechnete mit einer zügigen Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Der Marburger Bund fordert darüber hinaus für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern deutliche Entlastungen der Krankenhausärzte bei Bereitschaftsdiensten und Gehaltserhöhungen. Die Arbeitgeberseite bot zuletzt nach eigenen Angaben 5,4 Prozent mehr Gehalt für die Ärzte, das in zwei Stufen jeweils Mitte 2019 und 2020 erhöht werden soll.

Während der Marburger Bund das bisherige Angebot als „nicht akzeptabel" zurückwies, sieht die VKA durchaus eine Annäherung der Positionen. Daran wollen die Arbeitgeber „nun unmittelbar anknüpfen und ohne weitere Arbeitskämpfe den Tarifkonflikt beilegen". Am Mittwoch hatten sich tausende Mediziner an einem ganztägigen Warnstreik beteiligt, zu dem der Marburger Bund aufgerufen hatte. Damit sollte der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.

Die Tarifverhandlungen waren im Januar gestartet. Der Marburger Bund fordert fünf Prozent mehr Gehalt bei einer einjährigen Vertragslaufzeit sowie eine Entlastung der Mediziner. Die Gewerkschaft will unter anderem eine exakte Erfassung der Arbeitszeit und die Einführung von Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste und vor allem Nachtdienste erreichen.