Neuer Ärztepräsident in Deutschland fordert Hitzepausen

Vor den neuen Extremtemperaturen fordert der neue Ärztepräsident in Deutschland Hitzepausen für Arbeitnehmer. „Arbeitgeber sollten es aus Fürsorge für ihre Mitarbeiter ermöglichen, dass bei extremer Hitze das Tempo gebremst wird.“

red/Agenturen

Das sagte der im Mai zum Präsident der deutschen Ärztekammer gewählte Klaus Reinhardt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Samstag).„Wichtig ist, bei großer Hitze die Schlagzahl etwas herunterzufahren und – wenn irgendwie möglich – die ein oder andere Pause extra einzulegen“.

Rückendeckung kommt von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Arbeit bei den enormen Temperaturen ist gesundheitsgefährdend.“ Die klassische Pausenregelung sei „für die extreme Hitze nicht ausgelegt“. Verordnete lange Mittagspausen nach Vorbild der Siesta in südlichen Ländern hält Lauterbach für falsch. „Notwendig sind flexible Regelungen.“

Die Gewerkschaft IG BAU beklagte, es gebe zwar Regelungen, diese würden aber von zahlreichen Bauunternehmern gebrochen. „Viele stellen sich quer und ignorieren offenbar ganz bewusst die strengen Auflagen, um Kosten zu sparen“, sagte IG-BAU-Sprecher Ruprecht Hammerschmidt der Zeitung. „In drastischen Ausnahmefällen lässt man lieber einen Bauarbeiter umkippen, als ihm eine Flasche Wasser hinzustellen.“