Neurowissenschaften

Österreichische Forscher sind Kurzzeitgedächtnis auf der Spur

So wie die Ritter der Tafelrunde nach dem heiligen Gral suchten, sind Biologen hinter „greifbaren“ Gedächtnisspuren im Gehirn her, den so genannten „Engrammen“. Klosterneuburger Forscher berichten im Fachjournal „Neuron“ nun von ihrer möglichen Entdeckung: Sie fanden Speicherbehälter mit Botenstoffen, die nach Kurzzeitgedächtnis-Aktivität an der Übertragungsstelle der Sender-Zelle gehortet werden.

red/Agenturen

Ein Team um Peter Jonas und David Vandael vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) ging in einzelnen Synapsen des Hippocampus auf die Suche. Der Hippocampus ist das für Lernen und Gedächtnis erforderliche Gehirnareal, so die Forscher in einer Aussendung. Synapsen verbinden zwei Nervenzellen - die Sender-Zelle schickt ihr Signal in Form von Botenstoffen (Neurotransmitter) über den synaptischen Spalt an den Empfänger.

Während des Kurzzeitgedächtnis-Lernens werden sozusagen am Aufgabe-Terminal der Zelle für einige Minuten lang Bläschen (Vesikel) mit Neurotransmittern gespeichert, erklären sie. Wird die Aktivität wieder aufgenommen, sind bereits mehr Vesikel in der aktiven Zone gespeichert - so kann beim nächsten Mal eine größere Neurotransmitter-Menge in die Synapse abgegeben werden. „Das Kurzzeitgedächtnis könnte demnach Aktivität sein, die in Vesikeln gespeichert wird, welche später freigesetzt werden“, so Vandael.

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