Corona-Pandemie

Offene Schulen und Kindergärten als „oberste Prämisse“ in NÖ

Corona-bedingte Schließungen von Bildungseinrichtungen in Niederösterreich sollen im Schuljahr 2021/22 mithilfe von Sicherheitsmaßnahmen möglichst vermieden werden. „Unser oberstes Ziel ist Präsenzunterricht“, betonte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Donnerstag in St. Pölten. Bildungsdirektor Johann Heuras sprach in diesem Zusammenhang von einem „Spagat zwischen Sicherheit und Freiheit“ und plädierte dafür, sich impfen zu lassen.

red/Agenturen

Am Montag starten in Niederösterreich 18.334 Taferlklassler, die Gesamtzahl der Schüler im Bundesland beträgt rund 182.400. Mit Wochenanfang beginnt auch die dreiwöchige Sicherheitsphase mit Corona-Antigen- und einmal wöchentlich PCR-Tests. „Die oberste Prämisse aller Beteiligten sind offene Schulen und Kindergärten“, erklärte die Bildungslandesrätin. Auch wenn sich infektionsbedingte Schließungen einzelner Klassen bzw. Einrichtungen wohl nicht zur Gänze vermeiden ließen, solle „das System in Summe offen bleiben“ und der Schulalltag so normal wie möglich ablaufen. Das Land habe 60 Luftfiltergeräte angeschafft, beim Bund seien bisher 78 Geräte beantragt worden, hieß es.

Bildungsdirektor Heuras nannte als Richtwert, dass derzeit etwa 85 Prozent der Pädagogen gegen Corona geimpft oder genesen sind. „Ziel ist, dass sich alle - bis auf Einzelfälle - impfen lassen“, betonte Heuras. Neu angestellte Pflichtschullehrer müssen einen Nachweis über die Stiche erbringen. Nur fünf von 500 wollten sich nicht impfen lassen, hieß es. „Diese können wir nicht anstellen“, sagte Teschl-Hofmeister. Die Abmeldungen in den häuslichen Unterricht sind zuletzt auf 1.400 Schüler gestiegen, in den Vorjahren waren es 600 bis 700. Der Bildungsdirektor hält hier ein beratendes Gespräch mit den Eltern für notwendig, zumal es keine Unterstützung durch Lernmaterial oder -inhalte gibt.

Sommerschule mit deutlichem Plus

Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) appellierte an Eltern, ihren Kindern „die Impfung und damit den Schutz vor einer schweren Krankheit zu ermöglichen“. Die landesweit sechs Impfbusse sollen auch rund um Schulen Halt machen, sagte Königsberger-Ludwig. Diese Ankündigung stieß indes auf Kritik der niederösterreichischen Freiheitlichen, die sich gegen „Impfterror vor Schulen“ aussprachen: Die SPÖ NÖ wolle den „Impfdruck auf Kinder erhöhen“, doch „Impfbusse haben vor Schulen nichts verloren“, hielt LAbg. Vesna Schuster, Bildungssprecherin der FPÖ NÖ, am Donnerstag in einer Aussendung fest.

Für digitales Lernen werden im Laufe des Wintersemesters 30.000 Laptops und Tablets verteilt. Bei der diesjährigen Sommerschule ist die Teilnehmerzahl in Niederösterreich auf 6.300 deutlich gestiegen - laut Teschl-Hofmeister ein Plus von über 90 Prozent zum Vorjahr. Das Konzept soll nun für eine größere Teilnehmerzahl adaptiert werden. „Die Freiwilligkeit stößt an ihre Grenzen“, konstatierte Heuras, der einen Bonus für teilnehmende Lehrer vorschlug. Außerdem plädierte er dafür, dass Lehramtsstudierende ein Praktikum in der Sommerschule machen müssen.