Corona-Impfstoff

Patientensicherheit geht für Pharmig vor

Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geht für die Pharmig (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs) Patientensicherheit vor Entwicklungsgeschwindigkeit. Das hat Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog am Donnerstag anlässlich des World Patient Safety Day betont.

red/Agenturen

„Ich verstehe durchaus, dass der globale Ruf nach einem Impfstoff gegen Corona oder einem Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19 immer lauter wird, aber dieser Wunsch darf nicht zulasten der Sicherheit von Patientinnen und Patienten gehen“, betonte Herzog in einer Presseaussendung. Die einzelnen Phasen in der Medikamentenerforschung dürften nicht vernachlässigt werden: „Was Patienten zur Verfügung gestellt wird, muss sicher sein. Daran führt kein Weg vorbei und das ist auch gut so.“

Sechs Impfstoffkandidaten befinden sich bereits in Phase III der klinischen Prüfung. Nun geht es darum, die Wirksamkeit eines neuen Wirkstoffes sicher zu belegen und Informationen über mögliche Nebenwirkungen zu sammeln. Zu diesem Zweck wird der Impfstoff - anders als in den Phasen I und II - einer großen Anzahl an freiwilligen Studienteilnehmenden verabreicht.

„Dieses Vorgehen ist ebenso notwendig wie entscheidend für die finale Zulassung eines Impfstoffs oder Arzneimittels“, erläuterte Herzog. Die Wirkweise einer neuen Substanz zu erforschen, sich anzuschauen, wie sie vom Körper aufgenommen, verarbeitet und zuletzt auch wieder ausgeschieden wird, benötige Zeit. „Auch eine Innovation im Automobilbereich geschieht nicht von heute auf morgen, und es sind eine Reihe von Sicherheitstests nötig, ehe ein neues Fahrzeug von Menschen gelenkt werden darf“, gab der Pharmig-Generalsekretär zu bedenken. Entscheidend sei nicht, „welcher Impfstoffkandidat als erster durchs Ziel kommt, sondern dass er sicher für alle ist, die ihn verabreicht bekommen“.