| Aktualisiert:
Deutscher Ärzteverband

Rückkehrer noch im Flugzeug zu Kontakten befragen

Noch im Flugzeug sollen Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten nach ihren Kontakten befragt werden - so lautet ein Vorschlag der Bundesvorsitzenden des Ärzteverbandes „Marburger Bund“, Susanne Johna. So könne man einen Zettel an alle Mitreisenden verteilen und bitten, ihn auszufüllen, sagte sie am Freitag in einem Interview mit „SWR Aktuell“. Anhand der erhobenen Informationen könnten dann an den Abstrichzentren mögliche Risiken ausgemacht werden.

red/Agenturen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Freitag über den Umgang mit Reiserückkehrern. Im Raum stehen verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten. „Man muss sich klarmachen, dass ein solcher Test - auch wenn das Testergebnis negativ ist - eine Momentaufnahme ist und keine hundertprozentige Sicherheit geben kann“, sagte Johna. Denn die Inkubationszeit sei länger, Ansteckungen direkt vor der Anreise würden bei so einem Test nicht angezeigt.

Wenn man hunderprozentig sicher sein wollte, müssten etwa Rückkehrer nach drei oder vier Tagen in Quarantäne einen erneuten Test machen. „Aber uns muss auch klar sein, dass es eine hundertprozentige Sicherheit gar nicht geben kann“ sagte sie.

Montgomery: Urlauber in Risikoland sollen Corona-Test selbst zahlen 

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten für sinnvoll - eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen lehnt er jedoch ab. „Wer sich einen Urlaub im Risikogebiet leistet, muss auch den Corona-Test selbst bezahlen“, sagte Montgomery der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). „Generell sind solche Tests sinnvoll“, fügte er hinzu. Allerdings könne man nie alle Rückkehrer aus allen Risikogebieten erreichen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Freitag über den Umgang mit Rückkehrern. Angedacht sind verpflichtende Tests an deutschen Flughäfen für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkommen. Weltweit sind auf Basis der wissenschaftlichen Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das betrifft etwa die Türkei, Israel oder die USA. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz fallen nicht darunter.