Coronakrise

Sanofi und EU-Kommission besiegelten Vertrag

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) haben sich vertraglich mit der EU-Kommission auf die Lieferung eines möglichen Corona-Impfstoffes geeinigt. Das Abkommen über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen wurde am Freitag besiegelt, wie Sanofi in Paris mitteilte. Voraussetzung ist, dass der Impfstoff nach der laufenden klinischen Testphase auch eine Zulassung erhält.

red/Agenturen

Die Zulassung könnte demnach „im ersten Halbjahr 2021 beantragt werden“. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Zuvor hatten der französische Sanofi-Konzern und die britische GSK mitgeteilt, dass eine Impfdosis weniger als zehn Euro kosten soll.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte dazu am Freitag, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sei ein wirksamer Impfstoff wichtiger denn je. Mit dem neuen Vertrag wüchsen die Chancen, dass Menschen in der EU und weltweit nach und nach ihr Alltagsleben wieder aufnehmen könnten. Der Impfstoff von Sanofi (Frankreich) und GSK (Großbritannien) wird nach Angaben der Kommission seit September getestet; die entscheidende Phase-3-Studie soll bis Ende 2020 folgen.

Wichtiger Meilenstein

Sanofi sprach von einem „wichtigen Meilenstein beim Schutz der europäischen Bevölkerung“ vor der Lungenkrankheit Covid-19. Der Impfstoff soll demnach in allen EU-Ländern zur Verfügung stehen und in Produktionsstätten in Belgien, Italien, Deutschland und Frankreich hergestellt werden.

Auch die USA investieren nach Angaben von Sanofi und GSK massiv in die Forschungskooperation. Washington erhofft sich dadurch zunächst die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen und langfristig weitere 500 Millionen Dosen.

Die EU hatte bereits einen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca geschlossen und plant weitere mit anderen Unternehmen mit aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten. Keiner dieser Impfstoffe ist jedoch bisher zugelassen. Die Abnahmeverträge mit Vorauskasse sollen die Entwicklung und Massenproduktion der Impfstoffe beschleunigen.