Schnelltests für niedergelassene Ärzte gut geeignet

Bei Covid-19-Verdacht ist ein möglichst schneller Tests auf SARS-Cov-2 entscheidend, was die Quarantäne von Betroffenen und das Contact-Tracing angeht. Der Goldene Standard bei den Untersuchungsmethoden sind die PCR-Tests, die allerdings einige Zeit brauchen. Laut einer neuen Studie mit Beteiligung von 20 Allgemeinmedizin-Ordinationen in der Steiermark sind aber Antigen-Schnelltests fast genauso gut.

red/Agenturen

Die Studie eines Teams von Autoren mit Werner Leber (Zentrum für Primärversorgung/Queen Mary University in London) sowie Co-Autoren zum größten Teil aus Österreich und mit primärer Abwicklung im Raum Liezen in der Steiermark ist jetzt in EclinicalMedicine in Form einer Vorauspublikation noch ohne Begutachtung (Peer Review) erschienen. „Das Testen auf Covid-19 mit der quantitativen Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) kann die Feststellung einer Erkrankung verzögern. Der Nachweis von Antigenen über Lateral-Flow-Test-Methoden ("seitlicher Flusstest“; Anm.; LFT) ist schneller und für breite Teststrategien in einer Bevölkerung anwendbar“, schreiben die Experten.

Die LFT-Kits sind die üblichen Schnelltests auf Covid-19-Antigene aus Abstrichproben. Das Verfahren als Kombination von Dünnschichtchromatografie und einer Immunfärbung wird zum Beispiel seit vielen Jahren für die üblichen Schwangerschafts-Schnelltests verwendet.

Wohl entscheidend für die Studie, an der unter anderem auch die Wiener Virologinnen Andrea Siebenhofer und Monika Redlberger-Fritz (MedUni Wien) sowie Thomas Czypionka (Institut für Höhere Studien; IHS) beteiligt sind, war die Arbeit von Oliver Lammel (Allgemeinmediziner in der Ramsau) und von 19 seiner Allgemeinmedizin-Kollegen im Bezirk Liezen (Ärztenetzwerk). Zwischen 22. Oktober und 30. November vergangenen Jahres wurden 2.562 Patienten mit verdächtigen Beschwerden klinisch untersucht, weil sie womöglich eine SARS-CoV-2-Infektion hatten. Sie bekamen auch eine LFT-Untersuchung. Es blieben 1.037 Patienten mit verdächtigem Covid-19-Befund übrig.

"Alle diese Verdachtsfälle auf Covid-19 erhielten einen zusätzlichen RT-PCR-Test“, schrieben die Autoren. Das Hauptergebnis: 826 von 1.027 auswertbaren Patienten wiesen auch in der PCR-Untersuchung einen positiven Befund bezüglich SARS-CoV-2 auf. 788 davon waren bereits bei der Untersuchung per Schnelltest aufgefallen, nur 38 waren dabei falsch negativ.

Das bedeutete, dass bei einem positiven LFT-Befund auf Covid-19 zu 97,3 Prozent auch wirklich (RT-PCR-Testung) eine solche Infektion vorlag. Schlug die LFT-Methode nicht an, bedeutete das zu 82,5 Prozent, dass keine SARS-CoV-2-Infektion vorlag. Die Wissenschafter: „Insgesamt zeigen wir, dass Antigentests bei symptomatischen Patienten auf SARS-CoV-2 mit LFT auf der Ebene und im Umfang von Allgemeinmedizin-Ordinationen schnell und sicher Covid-19 bei Patienten mit grippeähnlichen Beschwerden entdecken können - gleich am Beginn der Beschwerden, wenn die Virusbelastung hoch und die Ct-Werte niedrig sind.“ Das Ergebnis sei mit den PCR-Untersuchungen durchaus vergleichbar."