Schweizer Ärzte sollen medizinische Probleme von Piloten melden dürfen

Ein psychisch instabiler Pilot brachte 2015 eine Germanwings-Maschine zum Absturz. Die EU passte daraufhin die Regeln für die psychische und physische Beurteilung von Besatzungsmitgliedern an. Nun zieht die Schweiz nach: Der Bundesrat hat am Freitag eine Änderung des Luftfahrtgesetzes in die Vernehmlassung geschickt.

red/Agenturen

Piloten und Fluglotsen werden zwar regelmässig von einem Fliegerarzt untersucht. Das geltende Recht erschwert aber die Weitergabe von Diagnosen und Informationen durch andere Ärzte oder Psychologen. Ein neues Melderecht soll nun ermöglichen, dass diese medizinische Informationen, die Zweifel an der Flugtauglichkeit wecken, dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) melden können.

Auch Alkoholkontrollen bei Besatzungsmitgliedern sollen einfacher möglich sein. Bisher dürfen solche nur bei Anzeichen von Trunkenheit oder bei Verdacht auf Betäubungsmittelkonsum durchgeführt werden. Neu soll das Bazl auch verdachtsunabhängige Stichproben anordnen können. Durchgeführt werden die Tests von der Polizei.

Mit den Gesetzesänderungen will der Bundesrat die Luftfahrtsicherheit verbessern. Allfällig unentdeckte psychische Erkrankungen oder Alkoholkonsum sollen dadurch leichter erkannt werden. Die neuen Regeln sollen im März 2022 in Kraft gesetzt werden.