Forschung

Spezielles Diabetiker-Register kommt

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) erhebt den Gesundheitszustand von Menschen mit Diabetes, die wegen einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus versorgt werden müssen. Daraus könnten wichtige Informationen über die Gefährlichkeit des Virus für diese Personengruppe abgeleitet werden. Mit Ergebnissen sei in den nächsten Monaten zu rechnen, teilte die Fachgesellschaft am Mittwoch mit.

red/Agenturen

Diabetes wird neben anderen chronischen Erkrankungen häufig als eine der Corona-Risikogruppen genannt. Die Fachgesellschaft ÖDG begrüße das Bestreben der Bundesregierung, Hochrisikogruppen zu schützen. „Diese Maßnahme baut auf aktuell verfügbaren Informationen bei der Definition von Risikogruppen auf. Da es sich bei Diabetes aber um eine sehr komplexe Krankheit mit unterschiedlichen Formen und Verläufen handelt, soll dies mit einer groß angelegten, wissenschaftlichen Erhebung überprüft werden, um in Zukunft bessere Daten zu den relevanten Begleiterkrankungen zu haben“, hieß es in der Aussendung.“

Aufgrund der Heterogenität von Diabetes-Erkrankungen ist es mit der aktuellen Datenlage sehr schwierig zu sagen, welche Patientin und welcher Patient ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hat“, wurde Susanne Kaser von der Universitätsklinik für Innere Medizin I der Medizinischen Universität Innsbruck und Präsidentin der ÖDG zitiert.

Dazu erklärte auch Harald Sourij, von der klinischen Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie der Medizinischen Universität Graz und Erster Sekretär der ÖDG: „Wir wissen, dass Menschen mit Diabetes generell ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf bei Infektionskrankheiten aufweisen. Was den aktuellen Fall der Coronavirusinfektion betrifft, fehlen aber noch viele wissenschaftliche Erkenntnisse, vor allem ist die Fragestellung welche Folgeerkrankungen des Diabetes in welchem Ausmaß Einfluss auf das Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen haben, noch nicht ausreichend untersucht. Das wollen wir aus dem Diabetes-Covid-19-Register erfahren.“

Gesundheitszustand soll auf freiwilliger Basis erhoben und analysiert werden

Neun große Krankenhäuser und Universitätskliniken in sechs Bundesländern beteiligen sich an dem Projekt. Es werden anonymisierte Daten von Menschen erhoben, die an Diabetes erkrankt sind und wegen Covid-19 im Spital stationär versorgt werden. Aufgenommen werden der Body Mass Index (BMI), detaillierte Informationen zur Therapie, der HbA1c-Wert (der Langzeitzuckerwert) und auch Begleiterkrankungen, sowie zusätzliche Routinelaborparameter. Daraus soll sich ablesen lassen, welche Faktoren bei Menschen mit Diabetes ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf bedeuten.

Die häufigsten Begleiterkrankungen des Diabetes sind bekannt: Herzinsuffizienz, KHK (koronare Herzkrankheit), Niereninsuffizienz, PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit), Neuropathie (Schädigung der Nervenleitung), Retinopathie (eine Diabetes-bedingte Augenerkrankung). Welche davon bei einer Covid-19-Erkrankung in welchem Ausmaß ein zusätzliches Risiko bedeuten, soll mit der Hilfe des Registers geklärt werden. Die Datenschutzrichtlinie werde eingehalten, die Teilnahme an dem Register sei freiwillig, hieß es. In Österreich gibt es rund 800.000 Diabetiker.

Diabetes
Diabetes wird neben anderen chronischen Erkrankungen häufig als eine der Corona-Risikogruppen genannt.
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