Deutschland

Telemedizin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ärztinnen und Ärzte können auch aus der Ferne heilsam wirken. Die Telemedizin gilt als Zukunftsmodell vor allem für die Versorgung auf dem Lande - als Ergänzung zur klassischen Sprechstunde.

red/Agenturen

In der sächsischen Kinder- und Jugendpsychiatrie werden junge Patienten nun auch via Telemedizin betreut. Dazu hat der niedergelassene Facharzt Reinhard Martens in Weißwasser aus Pirma eine ambulante Zweigpraxis eröffnet. Am Donnerstag wurde das Projekt im Beisein von Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) vorgestellt.

Laut Gesundheitsministerium ist die Region Weißwasser auf diesem Gebiet deutlich unterversorgt. Für Termine beim ambulanten Kinder-und Jugendpsychiater hätten Patienten bisher sehr weite Wege in Kauf nehmen müssen. Das ändere sich nun. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie mit Sitz in Berlin sieht darin eine gute Ergänzung zu anderen Angeboten.

Bei dem Vorhaben arbeitet Martens in Videokonferenzen mit Therapeuten in Weißwasser zusammen und delegiert fachärztliche Leistungen an sie. Auch mit den Patienten ist er per Bildschirm verbunden, wobei der erste Kontakt stets persönlich erfolgt. Durch die Kooperation mit den Therapeuten soll der Arzt entlastet werden, um zusätzliche Patienten in der Zweigpraxis zu behandeln. Die Therapeuten sorgen für die Betreuung vor Ort. Das Team besteht aus Fachleuten mit medizinischen, therapeutischen oder sozialwissenschaftlichen Abschlüssen.