Ärzte-Bereitschaft in Steiermark

Verbesserungen ab Mitte Juli

In der Steiermark wird es mit voraussichtlich 20./21. Juli Verbesserungen beim Gesundheitstelefon und dem ärztlichen Bereitschaftsdienst-System geben. Diese waren am 1. April gestartet, nach der Evaluierung werden nun ab Mitte Juli die Neuerungen wirksam, wie Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Mittwoch in Graz sagte. Diese wurden mit Gesundheitsfonds, Ärztekammer und GKK erarbeitet.

red/Agenturen

Drexler sagte bei der Präsentation am Mittwoch u.a., der große Wunsch sei es gewesen, dass auch Ordinationen im Bereich Bereitschaftsdienst offen halten sollten. Man habe sich geeinigt, an Wochenenden und Feiertagen in jeder der 24 Regionen des Bereitschaftsmodells ein bis zwei Ordinationen als Bereitschaftspraxen offen zu halten. Damit soll der bisher bestehende Visitendienst ergänzt werden. Neben Kassenärzten werde auch Wahlärzten unter gewissen Voraussetzungen die Teilnahme an dem System ermöglicht. Zumindest eine Ordination je Region soll zwischen 8.00 und 11.00 Uhr offenhalten. Zu den Abrechnungen gebe es noch Detailverhandlungen zwischen Gesundheitsfonds, GKK und Ärztekammer. „Für Patienten entstehen beim Besuch einer Wahlarztpraxis keine zusätzlichen Kosten“, sagte Ärztekammer-Vizepräsident Norbert Meindl.

Welche Ordinationen offenhaben, soll ab Mitte Juli auf der Homepage www.ordinationen.st abrufbar sein können. Um diesen Dienst besser bekannt zu machen, werde es eine entsprechende Inseratenkampagne geben, sagten die beiden Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark, Michael Koren und Bernd Leinich.

Bei den bisher 24 Regionen des Bereitschaftsmodells gibt es eine Änderung: Das Monitoring habe ergeben, dass die großen Regionen Judenburg und Knittelfeld-Trofaiach geteilt werden sollten. Künftig gebe es also 25 Regionen, mit den neuen Judenburg, Trofaiach und Knittelfeld-Zeltweg.

Mehr Personal für Gesundheitstelefon 1450

Beim Gesundheitstelefon mit der Nummer 1450 wird es eine Verbesserung der Anrufabwicklung geben. Mithilfe weiterer Mitarbeiter - Anrufbearbeiter und diplomiertes Krankenpersonal - werden ab Mitte Juli 18 Vollzeitäquivalente an diplomiertem Gesundheitspersonal Fragen beantworten. „Gesamt sind seit dem Start im April 23.430 Anrufe über 1450 entgegen genommen worden“, sagte Koren. Daraus wurde der Bedarf an 3.890 Visiten abgeleitet. In Niederösterreich waren es im Vergleichszeitraum 3.890 Anrufe. Fast 60 Prozent der Anrufe beim Gesundheitstelefon finden am Wochenende und feiertags statt, der Großteil davon vormittags.

„Das System hat Anlaufschwierigkeiten gehabt, aber ist am Wege sich zu bewähren. Die Umsetzung der Verbesserungen ist für das Wochenende 20. und 21. Juli geplant“, sagte Gesundheitslandesrat Drexler. Bei einigen Sprengeln habe es Besetzungsprobleme mit Ärzten gegeben, sagte Koren. 206 Kassenärzte haben sich bereit erklärt mitzumachen, rund 50 Prozent machen dann tatsächlich Dienst, erklärte Koren. Meindl bezeichnete den Ansatz, Ordinationen ins System einbauen als sinnvolle Ergänzung und Erweiterung des Präsenzangebotes. „Es wird weniger Visiten oder Ambulanzbesuche geben“, sagte er.

GKK-Obmann Josef Harb registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen „mehr Zufriedenheit“ für das System. Es werde ab Mitte Juli eine Ordination gesichert in jeder Region zur Verfügung gestellt, z. B. für Rezeptausstellung. Die 1450 werde oft gewählt, um zu erfahren, wo die nächste offene Apotheke oder geöffnete Ordination sei. „Da müssen wir klarmachen, die 1450 ist keine Kummernummer. Sie deckt ein Segment ab zwischen 'ich brauche noch keine Rettung, kann aber nicht bis Montag warten'„, sagte Harb.

Ärzte
Bestimmte Fachärzte - wie Augenärzte, Frauenärzte und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte - werden dazu verpflichtet, pro Woche mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunde ohne feste Termine anzubieten. Sie erhalten dafür ebenfalls eine spezielle Vergütung.
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