Corona-Impfung

Vorarlberg impft ab September auch in Einkaufszentren

Das Land Vorarlberg wird zur Steigerung der Corona-Impfquote ab September auch in den drei größten Einkaufszentren des Landes Impfungen anbieten. Zudem können Betriebe mit zehn oder mehr Impfwilligen kostenlos ein mobiles Impfteam anfordern, informierte am Dienstag Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). „Wir unternehmen alles, um einen weiteren Lockdown zu verhindern“, appellierte der Landeshauptmann an die Solidarität der Bevölkerung: „Wir kämpfen um jeden Stich.“

red/Agenturen

Wallner ging insbesondere auf die aktuellen Corona-Zahlen ein. Am Dienstag waren in Vorarlberg 600 Personen positiv auf das Coronavirus getetstet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 109. Nach Altersgruppen betrachtet, zeigte sich die Inzidenz aber stark unterschiedlich. So erreichte sie bei den 65- bis 74-Jährigen den Wert 16,3, bei den 15- bis 19-Jährigen hingegen die Marke von 269,2. Auch daraus sei ersichtlich, wie gut die Impfung schütze, betonte Wallner. „Die Impfung ist die einzige wirksame Strategie gegen die Pandemie“, so der Landeshauptmann. Gerade auch weil es für die Jüngsten keine Impfung gebe, sei Solidarität in Form einer Impfung gefragt.

Im Vorgehen gegen die Pandemie wolle sich Vorarlberg in erster Linie weiter an der Belegung der Intensivbetten orientieren. Am Dienstag wurden vier Corona-Patienten auf einer Vorarlberger Intensivstation betreut, dazu kamen 16 Personen auf den Normalstationen. Zwölf der Hospitalisierten waren nicht gegen das Virus geimpft. Von einer Überforderung des Systems sei Vorarlberg aktuell weit entfernt, unterstrich Wallner.

Bis Dienstag waren in Vorarlberg 244.534 Menschen - 61 Prozent der Wohnbevölkerung - ein Mal geimpft, 232.814 (58 Prozent) galten als vollimmunisiert. Während in der Gruppe der 71- bis-80-Jährigen knapp 80 Prozent der Bürger geimpft sei, so liege die Impfquote bei den 21- bis 30-Jährigen bei knapp über 60 Prozent, sagte Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. „In diesen 20 Prozentpunkten spielt es sich ab“, hielt Grabher fest. So falle auch der Altersdurchschnitt der hospitalisierten Corona-Patienten kontinuierlich. Ebenso warnte der Landessanitätsdirektor vor Reisen ohne Impfschutz. „32 Prozent der akuten Fälle in Vorarlberg sind reiseassoziiert“, so Grabher. Ohne Impfung zu reisen sei derzeit „ein Lotteriespiel mit relativ schlechten Karten“.

„Viele Bedenken gegen die Impfung halten sich hartnäckig“

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) betonte, dass das Land sein Impfangebot noch einmal ausbaue. Neben der Möglichkeit der Anmeldung auf der Plattform „Vorarlberg impft“ werde man den Impfbus - als Angebot für unangemeldete Impfungen - weiterführen. In den drei größten Einkaufszentren des Landes - dem Messepark in Dornbirn, dem Zimbapark in Bürs und dem Interspar in Feldkirch-Altenstadt - werden ab 3. September freitags und samstags Pop-Up-Impfstraßen eingerichtet. Zu Betrieben mit zehn oder mehr Impfwilligen kommen mobile Teams. Speziell an die Jugend gerichtet ist das Angebot, an einem Impfquiz teilzunehmen. Dort können Punkte ergattert werden, die etwa in Kinotickets einzulösen sind. „Viele Bedenken gegen die Impfung halten sich hartnäckig“, hoffte Rüscher durch das Quiz auf eine bessere Aufklärung. Einer generellen Belohnung für Impfwillige erteilte Rüscher aber eine Absage: Sie wolle nicht, dass sich jene, die bereits geimpft seien, im Nachhinein ärgerten, nicht länger zugewartet zu haben.

In Sachen Testen erklärte Rüscher, dass ab September in allen sieben Vorarlberger Teststraßen kostenlose PCR-Testungen vorgenommen werden. Wie lange das so bleiben werde, könne sie aber nicht definitiv sagen. Sie rechnete damit, dass die Testungen ab November kostenpflichtig werden könnten.