Coronavirus

Vorarlberg stockt Personal zur Pandemie-Bekämpfung auf

Das Land Vorarlberg wird das Personal zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter aufstocken. Das hat Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Freitag nach einer Sitzung des Vorarlberger Expertenstabs angekündigt. Die seitens des Bundes verschärfte Maskenpflicht hieß Wallner ausdrücklich gut. Mit den richtigen Schritten könne man die Situation im Griff behalten, betonte der Landeshauptmann.

red/Agenturen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Vorarlberg in den vergangenen Tagen stark angewachsen. Am Donnerstag waren 37 Neuinfektionen gemeldet worden, am Freitag würden erneut über 30 Infektionen dazukommen, sagten Wallner und Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Stand Freitagmittag waren in Vorarlberg 157 Personen aktiv am Coronavirus erkrankt, so viele wie zuletzt Mitte April. Wallner sprach von einem „markanten Anstieg“, in derselben Situation wie im Frühjahr befinde man sich aber nicht. Damals wurden täglich 60 bis 70 Neuinfektionen gezählt.

Der positive Aspekt sei, dass nur bei sieben der 37 Fälle vom Donnerstag die Infektionsquelle noch nicht bekannt sei. Es gelinge gut, die Infektionskette durch Absonderung zu unterbrechen. „Das ist der Schlüssel in der Pandemie-Bekämpfung“, unterstrich Wallner. Deshalb werde das 20-köpfige Infektionsteam, das die Infektionsketten nachvollzieht, personell noch einmal deutlich aufgestockt. Auch in der Pathologie-Abteilung am Landeskrankenhaus Feldkirch werde man die Ressourcen weiter verstärken, ergänzte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP). Man sei hinsichtlich der Kapazitäten etwa in den Krankenhäusern gut vorbereitet, versicherte sie.

Grabher betonte, dass man intensiv damit beschäftigt sei, jedem positiven Fall nachzugehen. Als „Hot-Spots“ nannte er Familien, Partys und Sportveranstaltungen. Es müsse gelingen, Kranke und Kontaktpersonen möglichst schnell abzusondern, „sonst wird das Ganze ausufern. Da sind wir aber noch nicht“, so der Landessanitätsdirektor. Aktuell befänden sich acht Infizierte in Krankenhausbehandlung, davon zwei auf der Intensivstation, eine Person sei beatmungspflichtig. Er bat um besondere Rücksicht gegenüber älteren Personen, weil es die ältere Generation sei, die bei schwierigeren Verläufen im Spital lande.

Public-Health-Experte Armin Fidler, der Vorarlberg in der Corona-Kommission vertritt, stellte fest, dass das Risiko einer Ansteckung in Vorarlberg „noch relativ gering“ sei - was auch die Corona-Ampel signalisiere. „Die Farbe 'Grün' bedeutet eben nicht, dass es kein Risiko gibt, sondern ein geringes“, betonte er. In Sachen Maßnahmen - wie etwa eben beim Tragen des Mund-Nasen-Schutzes - gebe es in Österreich „ein bisschen Nachholbedarf“.