Corona-Pandemie

Wieder Aktionen ohne Anmeldung in Tirol Freitag und Samstag

Nach der regen Teilnahme an den „Impfsonntagen“ und einigen vorgelagerten Tagen ohne Anmeldung in Tirol setzt das Land weiter auf solche Aktionen. Bereits an diesem Freitag und Samstag wird es in einigen Impfzentren wieder die Möglichkeit geben, sich spontan impfen zu lassen, hieß es in einer Aussendung. Generell soll laut den Verantwortlichen das „niederschwellige Impfangebo“ weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig ordnete irols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) verstärkte Kontrollen in Nacht-Gastronomie an.

red/Agenturen

Man arbeite derzeit intensiv daran, die Impfstrategie des Landes auf ein „langfristiges, unkompliziertes und niederschwelliges Angebot auszurichten“. Es soll künftig „laufend“ möglich sein, Impfzentren ohne Anmeldung zu besuchen, erklärte Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP). Dies gelte auch für Zweitimpfungen - und zwar 28 Tage nach der Erstimpfung. Derzeit würden dafür die „organisatorischen, personellen und logistischen Vorbereitungen“ getroffen. Auch am Ausbau der mobilen Impfmöglichkeiten werde gefeilt. So arbeite man gerade ein „Tour-Konzept“ für den Impfbus aus. „Der Impfbus wird gezielt in Regionen zum Einsatz kommen, wo bisher noch weniger Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind“, kündigte Leja an.

737.500 Corona-Impfungen wurden bis dato im Bundesland durchgeführt, davon über 434.000 Erst- und rund 303.500 Zweitimpfungen. 47,4 Prozent der über 12-Jährigen sind vollimmunisiert. In den kommenden Tagen finden in Tirols Impfzentren laut Land über 15.000 im Vorfeld vereinbarte Zweitimpftermine statt.

Platter: verstärkte Kontrollen in Nacht-Gastronomie

Unterdessen hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die Bezirkshauptmannschaften angewiesen, die Einhaltung der Coronaregeln in der Nachtgastronomie verstärkt zu überwachen. Das berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ (Mittwochausgabe). Es solle „besondere Sensibilität und Kontrolldruck“ an den Tag gelegt werden, hieß es aus Platters Büro. Verstärkt überprüft werden soll sowohl die Einhaltung der 3G-Kontrollen als auch die 75-Prozent-Obergrenze bei der Auslastung. Die Regeln diesbezüglich seien zwar klar, würden aber „nicht immer eingehalten“. Die Gesundheitsbehörden sollten deshalb gemeinsam mit der Polizei mehr kontrollieren.

Scharfe Kritik an Platter kam sogleich von der Tiroler FPÖ. Als „kontraproduktiv“ bezeichnete Landesparteichef Markus Abwerzger den Vorstoß des Landeschefs. „Die 3G-Regeln haben ausgedient“, fand Abwerzger und begründete seinen Standpunkt mit den niedrigen Hospitalisierungszahlen und der Durchimpfung besonders gefährdeter Personen. Tirols Intensivstationen sind erstmals seit September Corona-frei, kein Infizierter wurde dort mehr behandelt. „Die Zahlen der belegten Betten in Spitälern sollten der einzige 'echte Indikator' für Pandemiemaßnahmen sein“, so Abwerzger. Derzeitige Bedingungen würden die Gastro „lähmen“, zudem würden gerade Touristen die österreichischen Vorschriften nicht verstehen - „in anderen Staaten gibt es keine 3G-Regeln“.

Andere Töne kamen von Vertretern der Tiroler Nachtgastronomie. Sorgen mache man sich ob der drohenden Kontrollen keine, meinte etwa Fred Lordick, Initiator der „Innsbruck Club Commission“, die Tiroler Nachtlokale vertritt, gegenüber der APA. „Wir sind alle krass dahinter - auch weil wir wissen, dass die Nachtgastronomie von der Gesellschaft gerne als der Sündenbock in der Pandemie gesehen wird“, versicherte Lordick, der selbst einen Club in Innsbruck betreibt. Er sei „mit 90 bis 95 Prozent der Clubs“ in Kontakt, dort würden sich die Betreiber „mehr um die Sicherheitsauflagen kümmern, als sie eigentlich müssten“. Das Personal trage Maske, parallel zum 3G-Nachweis werde auch immer der Ausweis kontrolliert und mit dem Namen auf dem Nachweis verglichen. Im Nachtleben könne man solche Kontrollen oft besser durchführen als in Bars, wo die Leute nicht anstehen, und kontrolliert reingelassen werden, merkte Lordick an, „ohne jemanden an den Pranger stellen zu wollen“.

Registrierungspflicht entfällt ab 21. Juli

Dass mit 21. Juli die Registrierungspflicht in der Gastronomie fällt, beurteilen hiesige Interessensvertreter unterschiedlich. „Totaler Schmarrn“, hatte Lordick kein Verständnis für die geplante Lockerung. „Die Registrierung ist das Wichtigste“. So könne man - „auch wenn kein 3G-Nachweis kontrolliert werden würde - die potenziell Infizierten nachverfolgen und informieren, und so zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitragen“, erklärte der Clubbetreiber.

Genau umgekehrt sah es der Obmann der Sparte Gastronomie in der Tiroler Wirtschaftskammer, Alois Rainer. „Wenn die 3G-Nachweise ordentlich kontrolliert werden, braucht es eigentlich keine Registrierungspflicht“, sagte er der APA. Verstärkte Kontrollen bereitetem auch ihm keine Sorgen. Alle wollen „tunlichst vermeiden, dass es zu neuen Clustern kommt“.

 

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