Kroatien mit drastischem Anstieg an Infektionen, Lissabon im Lockdown

Wegen einer Zunahme der Corona-Infektionen müssen weite Teile des Großraums Lissabon am 1. Juli zwei Wochen lang wieder in den Lockdown. Kroatien meldete ungewöhnliche Zuwächse an Neuinfektionen. Und in Italien gibt es Aufregung um einen Infektionsherd: Die Gemeinde Mondragone wurde zur Sperrzone erklärt, nachdem rund 50 Träger des SARS-CoV-2 in fünf Wohngebäuden lokalisiert wurden, in denen zum Großteil bulgarische Migranten leben.

red/Agenturen

Den Lissabon-Lockdown gab der portugiesische Ministerpräsident António Costa am Donnerstag bekannt. Die Bewohner der 19 betroffenen Gemeinden werden demnach nur noch aus dem Haus gehen dürfen, um Einkäufe zu tätigen, zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. In dieser Zeit werden dort nur Versammlungen von maximal fünf Personen zulässig sein. Die Bezirke im Zentrum Lissabons sind nicht betroffen.

„Die einzige wirksame Form, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, ist, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben und stets die soziale Distanz sowie alle Schutz- und Hygienestandards einhalten“, sagte Costa vor Journalisten.

Die Region Lissabon ist seit Mittwoch mit knapp 18.000 Infektionsfällen erstmals seit Ausbruch der Pandemie der von Corona am schwersten betroffene Teil des Landes. Bisher war es der Norden gewesen. Insgesamt verzeichnete Portugal bisher mehr als 40.000 nachgewiesene Infektionen sowie mehr als 1.500 Todesfälle in Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19. Das österreichische Außenministerium hat eine Reisewarnung für Portugal ausgesprochen.

Zweithöchster Wert seit Beginn der Pandemie

In Kroatien ist unterdessen ein drastischer Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Insgesamt 95 Fälle wurden binnen 24 Stunden bestätigt, teilte der Zivilschutzstab am Donnerstag mit. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, berichteten kroatische Medien. Mehr Neuinfektionen an einem Tag gab es nur noch am 1. April mit 96 Fällen.

Damit stieg die Zahl der bestätigten Infektionen auf insgesamt 2.483. Aktuell gibt es zwei größere Infektionsherde, einen davon in Djakovo im Osten des Landes, wo es sich um einen Ausbruch in einem Kloster handelt. Nonnen, die auch einen Kindergarten betreiben, sollen das Virus aus dem Kosovo eingeschleppt haben. Der zweite Infektionsherd lag in einer psychiatrischen Klinik in Zagreb, berichteten Medien.

Weil in der jüngsten Zeit viele Infektionen aus dem Ausland importiert wurden, insbesondere aus den benachbarten Ländern Bosnien und Serbien, führte Kroatien mit dem (heutigen) Donnerstag eine 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende aus den beiden Nachbarländern ein. Die Quarantäne gilt außerdem für Einreisen aus dem Kosovo und aus Nordmazedonien.

Sperrzone errichtet

Im italienischen Mondragone, einer Kleinstadt in Kampanien, wurden unterdessen 19 Covid-Träger in ein Krankenhaus eingeliefert, doch die anderen positiv getesteten Personen weigerten sich. Rund 50 Träger des SARS-CoV-2 waren dort in fünf Wohngebäuden lokalisiert worden. Einige von ihnen tauchten unter. Das löste Sorge unter den Bewohnern Mondragones aus, die eine Ausbreitung der Infektion befürchten. Um die von den Migranten bewohnten Wohngebäude wurde eine Sperre errichtet. Einige Bewohner der abgeriegelten Gebäude bewarfen die Sicherheitskräfte mit Gegenständen, berichteten lokale Medien.

Der kampanische Präsident Vincenzo De Luca sprach mit Innenministerin Luciana Lamorgese und bat um die dringende Entsendung von mindestens 100 Sicherheitskräften zur Kontrolle der Gemeinde. Die Ministerin habe ihm die Entsendung eines Soldaten-Kontingents versprochen, berichtete De Luca.

Auch die Stadt Bologna befürchtet eine neue Infektionswelle. 54 Coronavirus-Träger wurden im Hauptquartier des Logistikunternehmens Bartolini gemeldet. Ein weiteres Dutzend Bartolini-Arbeitnehmer, die in Calderara di Reno in der Provinz Bologna beschäftigt sind, wurden positiv getestet. Die meisten von ihnen sind symptomfrei.