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Coronavirus 

Bisher vorhandene Antikörpertests nicht zuverlässig

Wissenschafter haben immer wieder erklärt, dass breit anwendbare, einfache und wirklich genaue Antikörpertests noch fehlen. Das wird noch Wochen bis Monate dauern. Dies ist auch die Meinung der Österreichischen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie (ÖGLMKC ).

red/Agenturen

Der Präsident der Gesellschaft, Georg Mustafa, wurde am Dienstag in einer Aussendung so zitiert: „Die ersten Antiköpertests für SARS-CoV-2 sind bereits verfügbar. Derzeit ist die eingeschränkte Spezifität der Antikörpertests jedoch die wesentliche Limitation für eine breite Anwendung.“ Unter Spezifität versteht man die Aussagekraft, dass bei einem negativen Tests auch wirklich keine Infektion vorliegt (falsch negative Tests sollen nicht vorkommen).“

Wir wissen nicht, ob ein Patient mit positivem Antikörpertest auch wirklich immun ist. Dafür braucht es bessere Tests und umfangreiche Daten für eine zuverlässige Diagnostik. Darüber hinaus kämpfen wir auch bei den Antikörpertests mit Lieferengpässen“, fügte der Experte hinzu. „Wir hoffen, dass in ein bis zwei Monaten spezifische Antikörpertests in großem Umfang verfügbar sein werden. Die österreichischen Laboratorien sind jedenfalls auf die Durchführung der Antikörpertests gut vorbereitet.“

Laborgestützte Antikörpertest nicht vor Ende April, Tests zur Qualität der Antikörper nötig

„Schnelltests sind extrem unzuverlässig“, kommentiert Christoph Steininger, Infektiologe an der Med-Uni Wien. „Hier muss man zudem bedenken, dass es bis zu 14 Tage dauert bis die IgG Antikörper positiv werden, die IgM Antikörper sind von natur aus nicht spezifisch“, sagt Steininger am Donnerstag in einem Online-Webinar zur Corona-Krise. Laborgestützte Antikörpertest sollen diese Thematik lösen. „Diese werden wir aber nicht vor Ende April haben, die werden derzeit für wissenschaftliche Zwecke evaluiert“, so der Infektiologe.

Die nächsten Tests die zur Verfügung gestellt werden sind ELISA-Tests, stellt Steininger in Aussicht. „Dabei wird die Reaktivität von Antikörpern, die im Blutplasma von Menschen mit oder ohne Covid vorkommen mit einer Antigenmischung gemischt. Daraus ergibt sich eine semiquantitative Auswirkung“, so Steininger. „Man kann abschätzen: da ist ein hohes Signal (viele Antikörper, Anm.) versus ein niedriges Signal (wenige Antikörper, Anm.)“, aber: „viel mehr kann man daraus nicht schließen, der Test sagt nichts über die Qualität der Antikörper. Dafür bräuchte man ein Hochsicherheitslabor“, so der Infektiologe.

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