SARS-CoV-2

Diagnosetests auf Grundlage der CRISPR-Technologie

Die Genschere CRISPR/Cas9 wird in Forscherkreisen als eine der bahnbrechensten Technologien der Biomedizin gehandelt. Nun soll sie auch beim Aufspüren des Coronavirus ihr Potenzial beweisen. 
 

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Kürzlich hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die erste Notfallzulassung (Emergency Use Authorization, EUA) für einen neuen Coronavirus-Test erteilt, der die Vorteile der Gen-Editier-Technologie CRISPR nutzt. Jetzt folgt nach der gleichen Systematik die Zulassung eines neuen Diagnostik-Kits, das die CRISPR-Technologie verwendet.

„Wir freuen uns, dass dies eine Lösung sein könnte, bei der die Menschen nicht auf ein hochentwickeltes und teures Labor angewiesen sind“ kommentierte Zhang, Forscher am Broad Institute in Cambridge, Massachusetts, kürzlich gegenüber der „New York Times“.

Zhang beschrieb das diesem Test namens „StopCovid“ zugrunde liegende „SHERLOCK“-Verfahren (Specific High-Sensitivity Enzymatic Reporter Unlocking, Anm) erstmals in einer Studie aus dem Jahr 2017. Der Test ist für die Verwendung in Laboratorien zugelassen, die ein Zertifikat des Clinical Laboratory Improvement Amendments (CLIA) besitzen.

Weitere Tests in Planung

Sherlock Biosciences ist eines der Biotechnologieunternehmen, das im Rennen um Coronavirus-Tests ist. Die von dem im Cambridge ansässigen Unternehmen entwickelten Tests verfahren nach diesem Prinzip: Mit dem CRISPR-Komplex werden bestimmte Sequenzen mit hoher Spezifität aufgespürt und mit dem Hilfsmittel die RNase Cas13a an diese Sequenzen herangeführt. Dabei schneidet die Genschere, sobald sie das Virus erkannt hat, eine Art „Reportermolekül“. Wird die RNA geschnitten, setzt sich ein Farbstoff frei, der das Ergebnis sichtbar macht, vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest.

Kostengünstig und ohne Materialaufwand

Dem Forscher zufolge hat der Test zuverlässig Proben mit mehr als 100 Viruskopien nachgewiesen. Dem Unternehmen zufolgte kann der Test in etwa einer Stunde Ergebnisse liefern. Er sei zudem auch für den kostengünstigen Einsatz zuhause gedacht, erkläre Zhang dem Wissenschaftsportal Stat. Damit würde er das Problem um den Mangel an Reagenzien für die aufwendigeren PCR-Tests in den Labors lösen, das besondern den USA im Kampf gegen Sars-CoV-2 zu schaffen macht.

Auch andere Forschergruppen - eine in Buenos Aires, die andere in San Francisco - arbeiten an der Entwicklung neuer Tests zum Nachweis des Virus mit Hilfe der CRISPR-Technologie.

Und auch die ursprüngliche Funktion der Genschere ist im Gespräch, nämlich ihre Methode Viren aus dem menschlichen Erbgut zu schneiden. Forscher wollen das Verfahren bald an Patienten erproben.

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Der Test kann nach Angaben des Unternehmens in etwa einer Stunde Ergebnisse liefern.
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