Grazer Gesundheitsamt startete Zecken-Impfaktion in Messehalle

Das Grazer Gesundheitsamt hat am Dienstag eine groß angelegte, zweiwöchige Zeckenimpfaktion in der Messehalle A gestartet. Bis zum 10. Juni können an Wochentagen die durch den Corona-Shutdown verschobenen Impfungen zur Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen nachgeholt werden, hieß es bei einem Pressegespräch in der Halle.

red/Agenturen

Mit 16. März hatte das Gesundheitsamt der Stadt Graz die bereits angelaufene Zeckenschutz-Impfaktion aufgrund der Pandemie eingestellt. Um die bisher hintangestellten Immunisierungen unter den Corona-Auflagen so rasch wie möglich aufzuholen, wurden kurzfristig neue Räumlichkeiten gesucht. „Die Halle bietet einen riesigen Vorteil: Hier gibt es viele, viele Quadratmeter. Hier kann auch bei hohem Andrang gut Abstand gehalten werden“, schilderte Eva Winter, die Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Graz.

In den vergangenen Jahren hätten sich jeweils an die 14.000 Menschen gegen das FSME-Virus immunisieren lassen. Die Zahl der Impfungen bis Mitte März dieses Jahres sei jedoch „überschaubar“ gewesen, so dass man jetzt einen ziemlich großen Rückstau habe, wie Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) ausführte. Die Nachfrage am Dienstag zeige den Bedarf: Von 8.00 bis 11.00 Uhr hätten sich schon mehr als 200 Personen Impfschutz geholt. „Es läuft, wie ich es mir vorgestellt habe: Die Leute nehmen das Angebot wahr, es sieht nicht nach Massenimpfung aus und bleibt persönlich“, zeigte sich Winter erleichtert.

An der Impfaktion  können sowohl Erwachsene als auch Kinder teilnehmen. Jedenfalls sind eine eigene Mundmaske, ein Kugelschreiber zum Ausfüllen der Einwilligungserklärung und Bargeld mitzubringen. Der Impfstoff kostet für Erwachsene und Kinder 19,50 Euro, die Kassen erstatten einen Teil der Kosten zurück.

Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen

Als Impfstoff bei der vom Land Steiermark geförderten Impfaktion wird nur das im Gesundheitsamt erhältliche Vakzin verwendet. Vierzehn Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, davon täglich drei bis vier Ärzte und Ärztinnen, machen Dienst. Ab dem 5. Juni wird auch wieder in der Impfstelle im Amtshaus geimpft. Dort sei aber mit längeren Wartezeiten zu rechnen, da die Nummernausgabe im Foyer beim Portier erfolgt.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, wird durch Viren verursacht. Die Zecken sind Überträger dieser Viren. In den vergangenen Jahren gab es in Österreich durchschnittlich pro Jahr um die hundert FSME-Erkrankungen. Die Impfung schützt vor einer Infektion mit dem FSME-Virus. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen, Auffrischungen sind alle drei Jahre bzw. fünf Jahre notwendig. Die erste und zweite Impfung soll im Abstand von einem bis drei Monaten durchgeführt werden und die dritte nach fünf bis zwölf Monaten nach der zweiten Teilimpfung folgen. Die vierte Impfung ist nach drei Jahren fällig. Danach ist alle fünf Jahre eine Auffrischung notwendig. Für Personen ab dem 60. Lebensjahr wird eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen.

Auch im Gesundheitszentrum Graz der Österreichischen Gesundheitskasse kann die Impfung wieder durchgeführt werden. Sie erfolgt aber ausnahmslos nur nach telefonischer Vereinbarung.