Studie

Herzklappenfehler bei chronischer Herzschwäche bisher unterschätzt

Ein Herzklappenfehler ist bisher bei chronischer Herzschwäche unterschätzt und selten behandelt worden. Das zeigt eine Studie, die an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II von AKH Wien und MedUni Wien durchgeführt und im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde. Die Mitralklappeninsuffizienz wurde bisher häufig als Voranschreiten der Herzschwäche, aber nicht als eigene, behandelbare Erkrankung interpretiert.

red/Agenturen

Die Mitralklappeninsuffizienz ist ein Herzfehler, bei dem die Klappe zwischen der linken Vorkammer und der linken Hauptkammer undicht ist. Bei jedem Herzschlag kommt es zum Rückfluss von Blut. Typische Symptome sind ein zunehmender Leistungsabfall, vermehrte Atemnot bei körperlicher Belastung und Wassereinlagerungen in der Lunge und in den Beinen. Oft steht die Mitralklappeninsuffizienz auch mit Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern in Zusammenhang. Die Erkrankung hat eine deutliche Reduktion der Lebenserwartung und häufige Spitalseinweisungen zur Folge, hieß es am Donnerstag.

Besonders gefährlich und häufig ist die Erkrankung bei Patienten und Patientinnen mit einer chronischen Herzschwäche. Das zeigen die aktuellen Studienergebnisse einer Arbeitsgruppe um Philipp Bartko und Georg Goliasch von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II. Diese wertete Daten von über 13.000 Patienten aus und stellte einen Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und der Mitralklappeninsuffizienz fest.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass die Mitralklappeninsuffizienz bei Patienten mit chronischer Herzschwäche viel häufiger als bisher angenommen auftritt und dass sich diese besonders ungünstig auf die Langzeitprognose der Patienten auswirkt“, so Georg Goliasch.