Italien warnt vor Herpes-Medikament als Anti-Covid-Mittel

Die italienische Arzneimittelbehörde AIFA hat am Freitag vor dem Missbrauch eines im Land nicht zugelassenen antiviralen Medikaments als Covid-19-Therapie gewarnt. Das Mittel gegen Herpes sei eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit, warnte AIFA.

red/Agenturen

Die Behörde teilte mit, das Gesundheitsministerium habe sie auf eine große Zahl von Anträgen auf Einfuhr des Medikaments Parvulan aufmerksam gemacht. Parvulan ist ein antivirales Medikament, das zur Behandlung von Herpes Zoster eingesetzt wird und in Italien nicht zugelassen ist, aber in Brasilien legal registriert und vermarktet wird.

Die AIFA fügte hinzu, dass die Anfragen von Kunden in Italien bezeugen würden, dass Parvulan für andere Zwecke als seinen ursprünglichen, und zwar als Behandlung zur Vorbeugung von COVID-19 als Alternative zu zugelassenen Impfstoffen angeboten werde.

„Die Verwendung des Medikaments Parvulan zur Prophylaxe von Sars-CoV-2-Infektionen wird nicht durch die geringsten Beweise der Wirksamkeit und Sicherheit gestützt", sagte die Agentur in einer Erklärung und fügte hinzu, dass ihr wissenschaftlicher Ausschuss Parvulan nicht einmal in einer klinischen Studie zugelassen habe.

„Die mögliche Verwendung des Medikaments als Ersatz für zugelassene Impfstoffe stellt daher eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit dar", so die AIFA. Die Gefahr liege in der mangelnden Sicherheit der Anwendung, sowie in dem ungerechtfertigten Gefühl des Schutzes, den die Patienten hätten, fügte die Behörde in ihrer Erklärung hinzu.