Welt-Sepsis-Tag

Mediziner betonen Bedeutung der Früherkennung

Am Montag wird wieder der Welt-Sepsis-Tag begangen, um die Aufmerksamkeit auf diesen häufig unterschätzten Notfall zu ziehen. In Österreich starten nun die Arbeiten an einem Nationalen Aktionsplan, der die Rahmenbedingungen für die gesamte Betreuungskette optimieren soll. Die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) wies am Freitag auf die Bedeutung der Früherkennung hin.

red/Agenturen

Als Ursache Nummer eins für Todesfälle im Krankenhaus, für Wiederaufnahmen im Spital und für hohe Gesundheitskosten gehört die Sepsis zu den weltweit größten Gesundheitsproblemen. Rund 50 Millionen Sepsisfälle treten weltweit pro Jahr auf, elf Millionen sterben daran, darunter drei Millionen Kinder und Jugendliche.

Eine besondere Bedeutung kommt beim Sepsis-Management der Früherkennung zu, die sprichwörtlich Leben retten kann. Entgegen verbreiteter Vorstellungen ist diese keine Erkrankung, die im Spital entsteht: 80 Prozent der Fälle treten außerhalb eines Krankenhauses auf. ÖGARI-Präsident Walter Hasibeder: „Je später die Diagnosestellung und eine angemessene Therapie erfolgt, desto schlechter sind Heilungs- und Überlebenschancen und desto dramatischer ist der Verlauf. Bewusstsein für Alarmsignale der Sepsis ist daher zentral."

Der oft zitierte „rote Strich am Arm" ist keineswegs das typische Anzeichen für Sepsis. Vielmehr sind es zunächst eher allgemeine - und daher oft nicht leicht erkennbare - Symptome wie Fieber und/oder Schüttelfrost, eine erschwerte, schnelle Atmung, eine verwaschene Sprache oder Verwirrtheit, die im Zusammenhang mit einer Infektion auftreten, aber auch eine sehr blasse Haut und ein starkes Abgeschlagenheits- und Krankheitsgefühl.

Nahezu alle akuten Infektionserkrankungen, einschließlich Viren wie SARS-CoV-2, könnten zu einer gefährlichen Sepsis führen. Diese entsteht dann, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion sich gegen den eigenen Organismus wendet. Das kann zum septischen Schock, zum Multiorganversagen und zum Tod führen - insbesondere, wenn eine Sepsis nicht akut behandelt wird.