Reisen beschleunigen Ausbreitung des Coronavirus sehr stark

Reisen - oft über die Landesgrenzen hinaus - erweisen sich zusehends als Beschleuniger bei der Ausbreitung des Coronavirus und sorgen für wieder steigende Infektionszahlen. Das macht ein Blick auf die Epidemiologische Abklärung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) deutlich, die regelmäßig ihre Cluster-Analysen veröffentlicht.

red/Agenturen

Bezogen auf die Kalenderwoche 26 - der Zeitraum zwischen 28. Juni und 4. Juli - ließ sich bei einer Gesamtzahl von 638 Fällen bei 68,6 Prozent die Infektionsquelle klären. Fast ein Viertel dieser Neuinfektionen - exakt 23,6 Prozent - ließ sich Reisetätigkeiten zuordnen - eine signifikante Steigerung gegenüber den vorangegangen Wochen.

Zuletzt hatten Reisen ins In- und Ausland nur einen Bruchteil der wöchentlichen Neuinfektionen ausgemacht. Seit Ende Mai lag ihr Anteil an den geklärten Gesamtinfektionen zwischen 1,7 (Kalenderwoche 22 - 31. Mai bis 6. Juni) und 5,2 Prozent (Kalenderwoche 24 - 14. bis 20. Juni). Mit einem weiteren Anstieg dürfte zu rechnen sein - die Sommerferien, die für Familien mit schulpflichtigen Kindern 'Ab in die Ferien!' bedeuten, haben mit 3. bzw. 10. Juli begonnen. Damit verbundene Reisen sind von der jüngsten AGES-Analyse, die sich bis einschließlich 4. Juli erstreckt, folglich noch gar nicht mitumfasst.

Die meisten Corona-Fälle - knapp über die Hälfte - treten noch immer in Haushalten auf, doch ist ihr Anteil zuletzt kontinuierlich von 66,4 Prozent in der Kalenderwoche 21 (24. bis 30. Mai) auf zuletzt 52,2 Prozent (Kalenderwoche 26 - 28. Juni bis 4. Juli) zurückgegangen. 8,9 Prozent der in der Kalenderwoche 26 aufgetretenen und geklärten Fälle entfielen auf den Freizeitbereich, 7,6 Prozent auf den Bildungsbereich. 3,8 Prozent traten im Handel auf, 2,5 Prozent in der Arbeit.

Auffallend: Von Ende Mai bis Anfang Juli konnte laut AGES den Bereichen Kunst und Kultur keine einzige Infektion mit SARS-CoV-2 zugeordnet werden. Auch in der Hotellerie und Gastronomie gab es kaum Corona-Fälle, dasselbe gilt für den Sport.

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