Lungenembolie

4000 Todesfälle passieren pro Jahr

Rund 8.000 Spitalsaufnahmen passieren jährlich. Eine schnelle Diagnose und Therapie rettet Menschenleben.

red/Agenturen

In Österreich sterben jährlich mehr als 4.000 Menschen an Lungenembolien. Etwa 8.000 Personen werden mit dieser potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung pro Jahr ins Spital aufgenommen. Darauf verwiesen am Dienstag Experten in Wien aus Anlass des bevorstehenden Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober. „Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Bei den Beinvenenthrombosen rechnet man mit 150 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und Jahr, bei den Lungenembolien mit 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Lungenembolien sind die dritthäufigste Todesursache infolge von kardio-vaskulären Erkrankungen“, sagte Peter Marschang, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie (ÖGIA).

Lungenembolie als höchstes Risiko

Ohne prophylaktische Behandlung beträgt beispielsweise das Thromboserisiko bei künstlichem Kniegelenksersatz rund 90 Prozent. Besonders gefährlich ist die Lungenembolie, bei der ein Thrombus aus den Beinvenen mit dem Blutstrom in den Lungenkreislauf kommt. Ein Großteil der Todesfälle ist darauf oder auf einen Herzstillstand durch Überlastung der rechten Herzkammer zurückzuführen.Bei hohem Risiko erfolgt eine Therapie durch Infusion eines Biotech-Thrombolyse-Medikamentes. Allerdings ist das Risiko für eine dadurch ausgelöste Gehirnblutung mit zwei bis fünf Prozent recht hoch.

NOAKs mit deutlich weniger Blutungsisiko

Wahrscheinlich sicherer ist die lokale Anwendung der Thrombolyse durch Einbringung des Arzneimittels über einen Katheter an den Ort der Thrombose. „Dabei kommt man mit einem Viertel der Dosis aus. Das Gehirnblutungsrisiko liegt bei 0,35 Prozent“, sagte Rudolf Kirchmair von der ÖGIA. Bei geringerem Risiko erfolgt eine Behandlung, die bisher am Beginn zumeist aus niedermolekularem Heparin bestand, das dann durch eine Blutgerinnungshemmung vor allem durch die neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs) mit deutlich weniger Blutungsrisiko als das alte Marcumar ersetzt wird. Je nach Gefährdung beträgt die Therapie bzw. Sekundärprävention drei bis sechs Monate oder auch länger.

Lungenembolie_ Verlegung der rechten Pulmonalarterie
Bei Lungenembolien rechnet man mit 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern.
Bernd_Brägelmann_CC_Mit freundlicher Genehmigung von Martin Steinhoff