Antikörperstudie mit 90.000 Teilnehmern in Spanien

Spanien will mit Hilfe von Antikörpertests in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land abschätzen. Die Testreihe sollte an diesem Montag beginnen und sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden.

red/Agenturen

Die Studie findet landesweit statt, die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privathaushalten nach sechswöchiger Ausgangssperre zu erhalten.

Am Wochenende hatte bereits Italien angekündigt, ab dem 4. Mai mit Antikörpertests bei zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen zu wollen. Auch in Deutschland plant die Regierung einen großangelegten Test, kleinere Projekte haben bereits begonnen.

Mit solchen Tests können Experten herausfinden, ob ein Mensch bereits mit SARS-CoV-2 infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. Auf diese Weise lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei denjenigen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Krankheit hatten und oftmals gar nichts von ihrer Ansteckung wussten.

Allerdings funktionieren die Tests bisher nicht absolut zuverlässig: Sie schlagen oft nicht nur bei SARS-CoV-2, sondern auch anderen Coronaviren an. Mehrere dieser Erreger verursachen Erkältungskrankheiten beim Menschen. Ein positives Ergebnis auf die Antikörper muss deshalb nicht bedeuten, dass der Betroffene tatsächlich mit dem neuartigen Erreger infiziert war.

Furcht vor Maskenmangel in Spanien nach Preisobergrenze

Zuletzt ging in Spanien die Angst um Schutzmasken und auch Desinfektionsgel könnten bald noch knapper werden, nachdem der Staat Preisobergrenzen festgesetzt hat. Die maximal zulässigen Höchstpreise wurden eingeführt, um Wucher zu verhindern. Einfache Masken dürfen demnach nicht mehr als 96 Cent und ein Fläschchen Desinfektionsgel mit 150 Millilitern maximal 3,15 Euro kosten.

„Ich kaufe die Masken für 1,21 Euro ein. Wie soll ich sie da für 0,96 Euro verkaufen“, zitierte die Zeitung „El Mundo“ am Freitag Miriam Gomez, Inhaberin eines Geschäfts. Sie sei ja bereit, einige Zeit zum Einkaufspreis zu verkaufen, aber nicht darunter. Dasselbe gelte für Desinfektionsgel.

Ähnlich äußern sich auch Hersteller von Masken. „Bei diesem Preis kommen wir nicht zurecht, es lohnt sich nicht, und einige Betriebe werden aus der Produktion aussteigen“, zitierte die Zeitung Stimmen aus dem Dachverband der spanischen Textilindustrie. Auch die überwiegend aus China kommenden Importe seien sechs mal teurer, als vor der Pandemie.

Spanien ist eines der Länder weltweit, die am härtesten von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Allerdings ist das Land auf einem langsamen Weg der Besserung. Erstmals habe es am Freitag mehr Genesene als neu Infizierte gegeben, sagte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simon.

3.105 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden wieder gesundet und nur 2.796 neue Fälle von Corona registriert worden. Auch die Zahl der Corona-Toten an einem Tag fiel unter 400, nachdem sie im März teilweise mehr als doppelt so hoch war. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf fast 220.000, die der Genesenen auf 92.355 und die der Corona-Toten auf mehr als 22.500.

Forscher aus Graz kooperieren bei der Identifizierung von Biomarkern im Blut von erkrankten Kindern. Neuer diagnostischer Ansatz wird mit 22,5 Millionen Euro von EU gefördert.
Mit Antikörpertests können Experten herausfinden, ob ein Mensch bereits mit SARS-CoV-2 infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat.
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Coronavirus - Spanien - pexels
Spanien greift zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.
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