Ausbau

Boehringer Ingelheim investiert in virale Therapeutika

Das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim kündigt an, in Baden-Württemberg weiter in die Technologie der onkolytischen Viren und Krebsimpfstoffe zu investieren. Viren und virale Gentherapievektoren bieten neue, hochinnovative Möglichkeiten zur Behandlung schwerer Krankheiten. Für Patient:innen bergen virale Therapeutika großes Potenzial, um die Versorgung bei derzeit noch nicht ausreichend behandelbaren Erkrankungen zu verbessern. Die strategisch konzipierte Investition wird stufenweise in den nächsten Jahren zum Ausbau der Entwicklungs- und Herstellungskapazitäten an den Standorten Biberach und Ochsenhausen getätigt.  

red

Die Investition in die neue Technologie ist langfristig angelegt. Mit der bereits signifikanten Investition in Baden-Württemberg durch die Akquisition des Unternehmens Labor Dr. Merk und Kollegen wurde bereits im Dezember 2020 der Anfang gemacht. Es folgte der Ausbau unter dem neuen Namen 'Boehringer Ingelheim Therapeutics' am Standort Ochsenhausen als neue Tochtergesellschaft von Boehringer Ingelheim. Im Dezember 2022 konnten die Baufeldvorbereitungen in Ochsenhausen mit einer Investition von rund zwei Millionen Euro abgeschlossen werden. Mit der Investitionsankündigung hält Boehringer Ingelheim an der bisherigen Strategie fest, virale Therapeutika als eine wichtige Zukunftstechnologie zu etablieren.

„Die Entscheidung für weitere Investitionen in Baden-Württemberg ist auch deshalb gefallen, weil sich die Landesregierung konsequent und nachhaltig für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der BioPharmaCluster-Region South Germany, in Ulm, Biberach und Oberschwaben insgesamt einsetzt. Innovativ sein heißt, Dinge anders zu machen. Virusbasierte Therapien, sind ein Schwerpunkt unserer immunonkologischen Forschung. Wir erwarten einen Schub für die pharmazeutische Innovation in Baden-Württemberg und Deutschland: Indem wir vor Ort investieren, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Innovationskraft der Region und Deutschlands“ sagt Dr. Fridtjof Traulsen, Standortleiter Biberach.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagt: „Wir freuen uns sehr über die Investitionsentscheidung von Boehringer Ingelheim für unseren Standort und werden das Vorhaben nach Kräften unterstützen. Davon geht eine klare Signalwirkung aus: Baden-Württemberg bietet mit seiner starken Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur und dem Forum Gesundheitsstandort, das mehr als 500 Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung vereint, beste Voraussetzungen, um sich als führender Standort für medizinische Forschung, für die Entwicklung und Herstellung medizinischer Produkte und für eine innovative Gesundheitsversorgung zu etablieren. Wir wollen deshalb den Forschungsstandort in der Region um Biberach im Bereich der neuen therapeutischen Arzneistoffe weiter stärken. Dafür werden wir mit einer begrenzten Projektfinanzierung den Aufbau einer Außenstelle „Virus-basierte Therapien“ des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB unterstützen. So wollen wir das Zusammenwirken zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung im Bio-Pharma-Bereich aktiv befördern.“

BioPharma Cluster South Germany

Das Biopharma-Cluster South Germany ist ein führender Biotech-Hub für Biopharmazeutische Entwicklung und Produktion. Das Cluster bündelt mit seinen Akteuren aus Wissenschaft und Industrie erforderliche Kompetenzen, um neue Therapien aus der Forschung zu Patient:innen zu bringen. Boehringer Ingelheim zählt zu den regionalen Akteuren. Verschiedene Aktivitäten des BioPharma Clusters dienen der Stärkung von Sichtbarkeit und Attraktivität der Region Ulm und Oberschwaben und der Unternehmen zur Gewinnung von weltweiten Talenten.