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Studie

Corona-Impfung verhinderte Tausende Todesfälle in Israel

Die Covid-19-Impfung kann einen enormen Effekt auf die Häufigkeit von SARS-CoV-2-Infektionen, Erkrankungen, Spitalsaufenthalte und Todesfälle im Rahmen der Pandemie haben. Eine brandneue israelische Studie hat ergeben, dass in dem Land zwischen Dezember 2020 und April 2021 durch die breite Impfkampagne rund 5.500 Todesfälle verhindert wurden.

red/Agenturen

„Ohne seine nationale Impfkampagne hätte Israel während der bisher stärksten Pandemie-Welle wahrscheinlich drei Mal mehr Spitalsaufnahmen und Todesfälle im Vergleich zu den tatsächlich registrierten gehabt. Das Gesundheitswesen hätte zusammenbrechen können“, schreiben Eric Haas von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Ben Gurion Universität von Negev und seine Co-Autoren in „Lancet Infectious Diseases“.

Israelisches Gesundheitswesen reagierte früh auf Pandemie

Israel hat eine Bevölkerung von rund 9,2 Millionen Menschen (Österreich: 8,9 Millionen). 6,5 Millionen Israelis sind älter als 16 Jahre. Die BioNTech/Pfizer-Vakzine wurde zunächst den Beschäftigten im Gesundheitswesen, Personen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche und den über 60-Jährigen zur Verfügung gestellt. Bereits ab 4. Februar dieses Jahres wurde ein breites Impfprogramm für alle über 16-Jährigen gestartet. Das israelische Gesundheitswesen reagierte damit im internationalen Vergleich extrem früh und rasch auf die Pandemie.

„Bis zum 10. April 2021 waren bereits mehr als zehn Millionen Dosen der Vakzine verabreicht worden. Mehr als 70 Prozent der Einwohner Israels im Alter über 16 Jahre hatten zwei Dosen erhalten - inklusive einer mehr als 90-prozentigen Durchimpfungsrate (zwei Dosen) bei den über 65-Jährigen“, schrieben die Wissenschafter. In Österreich liegt die Vollimmunisierungsanteil derzeit (20. September) bei knapp 61 Prozent.

Impfkampagne verhinderte über 150.000 SARS-CoV-2-Infektionen

Die Experten berechneten den Effekt der Impfkampagne in den ersten 112 Tagen (20. Dezember 2020 bis 10. April 2021). Die Hauptergebnisse, wie es in „Lancet Infectious Diseases“ heißt: „Israels Impfkampagne verhinderte 158.665 SARS-CoV-2-Infektionen, 24.597 Spitalsaufnahmen, 17.432 Hospitalisierungen wegen schwerer bis kritischer Covid-19-Erkrankungen.“ 16.213 Spitalsaufnahmen seien allein bei den über 65-Jährigen verhindert worden, ebenso 5.035 Todesfälle in dieser Altersgruppe.

Am größten war die Wirkung der Impfung bei Vollimmunisierung (zwei Dosen der mRNA-Vakzine): 73,1 Prozent der verhinderten Todesfälle (116.000), 79,1 Prozent der verhinderten Hospitalisierungen (19.467) und 79 Prozent der verhüteten Todesfälle (4.351) entfielen auf die Personengruppe mit vollständigem Impfschutz.

Lehrer ohne „Grünen Pass“ werden ohne Gehalt beurlaubt

Unterdessen bemüht sich Israel weiter angesichts hoher Infektionsraten die stagnierende Impfquote zu erhöhen und Impfskeptiker und -verweigerer zu erreichen. 5.921 neue Corona-Fälle meldete das Gesundheitsministerium am Donnerstag für den Vortag. Bisher sind rund 60 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner zweifach geimpft, knapp 34 Prozent dreifach.

So werden beispielsweise Lehrer ohne den sogenannten Grünen Pass, die sich auch nicht auf das Coronavirus testen lassen wollen, ab dem 3. Oktober vom Unterricht freigestellt. Den Grünen Pass gibt es für Geimpfte und Genesene. Die Lehrer dürfen dann auch nicht online unterrichten und erhalten kein Gehalt, wie eine Sprecherin des Erziehungsministeriums am Donnerstag bestätigte. Laut Medienberichten sind von 3. Oktober an Grüne Pässe auch nur noch bis zu sechs Monate nach der zweiten Impfung gültig. Danach müssen Betroffene eine dritte Spritze als Auffrischung erhalten.

 

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