Dass Palmöl Metastasen fördert, ist nicht sicher

Eine Studie, die nachgewiesen hat, dass Palmöl die Metastasierung fördert, liess kürzlich aufhorchen. Das European Food Information Council (EUFIC) relativiert nun: Diese Wirkung sei nur im Mausexperiment und nur bei zwei Krebsarten nachgewiesen worden. Und die Tatsache, dass Palmöl Metastasen fördere, heisse nicht, dass es per se krebserregend sei. Trotzdem solle man den Palmölkonsum einschränken.

red/Agenturen

Tierstudien seien nur begrenzt auf Menschen übertragbar, teilte das EUFIC am Dienstag mit: „Zum Beispiel sind die Bedingungen, unter denen diese Erfahrungen gemacht wurden, möglicherweise nicht repräsentativ für die typischen Mengen an Palmöl, die in der menschlichen Ernährung verzehrt werden.“ Ausserdem sei die Ausbreitungswirkung nur bei Mund- und Hautkrebszellen untersucht worden.

In einigen Berichten habe es fälschlicherweise geheissen, Palmöl könne „90 Prozent der Krebsfälle verursachen“. Diese Aussage beruhe auf einer Fehlinterpretation. Richtig sei, dass Metastasierung im Allgemeinen 90 Prozent der Krebstode verursache.

Die Forschung befinde sich noch in einem frühen Stadium, und es seien weitere Studien erforderlich, um Gewissheit über die Auswirkungen des Palmölkonsums auf die Ausbreitung von Krebs beim Menschen zu erlangen und um zu verstehen, ob die Ergebnisse den Weg für neue Behandlungen zur Verhinderung oder Verlangsamung der Krebsmetastasierung ebnen könnten.

Palmölkonsum sollte man sowieso einschränken

Die Einschränkung des Palmölkonsums ist aber gemäss EUFIC aus anderen Gründen sinnvoll: Zum einen, weil laut WHO-Empfehlung höchstens zehn Prozent der Energiezufuhr aus gesättigten Fetten bestehen sollte. Zum andern, weil die Produktion von Palmöl zusammen mit anderen Lebensmitteln wie Soja, Rindfleisch, Kakao und Kaffee zu den Hauptverursachern der Entwaldung und Waldzerstörung gehört.

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel (European Food Information Council) ist eine Denkfabrik der europäischen Lebensmittelindustrie. Sie ist als eine gemeinnützige Organisation registriert. EUFIC hat den Anspruch, Medien, Lebensmittel- und Ernährungswissenschaftlern, Erziehern und Verbrauchern wissenschaftlich fundierte Informationen über Lebensmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung zu bieten.