Ebola-Protein auf molekularer Ebene dargestellt

Mit der Studie sei man „einen Schritt näher daran, zu erklären, wie das Virus funktioniert“, resümierte der österreichische Wissenschafter in dem Forschungsteam in Japan. 

red/Agenturen

Ein Team am Okinawa Institut für Wissenschaft und Technologie mit dem aus Österreich stammenden Spezialisten für Elektronenmikroskopie Matthias Wolf hat fast bis auf die Ebene von Atomen die Struktur des Nukleokapsid-RNA-Komplexes des Ebola-Virus dargestellt. Daraus ergeben sich neue Erkenntnisse über den Erreger der hoch ansteckenden und oft zumeist tödlich verlaufenden Infektion.

Eineinhalb Jahre Forschungsarbeit

Wolf sowie Yukihiko Sugita von der Kryo-Elektronenmikroskop-Arbeitsgruppe des Instituts von Okinawa sowie Wissenschafter der Universitäten Tokio und Kyoto konzentrierten sich auf das Innere des Ebola-Virus. Dort liegt eine spiralförmige Struktur aus Proteinen, RNA und Zuckermolekülen vor, welche die Erbsubstanz des Virus stützt. Sugita isolierte diesen Nukleokapsid-RNA-Komplex in hochreiner Form. Dann wurde sie unter ultratiefen Temperaturen mit dem Kryo-Elektronenmikroskop untersucht.

Die Erkenntnisse sind jetzt in „Nature“ publiziert worden. „Unsere Veröffentlichung zeigt erstmals, wie die Struktur des Komplexes in fast atomarer Auflösung aussieht. Mit diesem klaren Bild ist man einen Schritt näher daran, zu erklären, wie das Virus funktioniert“, wurde Wolf in einer Aussendung zitiert. Nicht zuletzt wegen der Fragilität des Nukleokapsid-RNA-Komplexes dauerten die Arbeiten eineinhalb Jahre.