Forderung nach Anerkennung der wenig bekannten Krankheit ME/CFS

Die Forschung nimmt an, dass es sich bei Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) um eine Autoimmunerkrankung handelt. Schätzungen zufolge sind davon etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung betroffen, in Österreich sind das etwa 30.000 bis 35.000 Personen, berichteten die Grünen am Montag in einer Aussendung. Gefordert wird die Anerkennung dieser wenig bekannten Krankheit.

red/Agenturen

„Betroffene haben oft einen mehrjährigen Weg vor sich, um ihre Diagnose zu erhalten und müssen sich in dieser Zeit auch Therapien unterziehen, die kontraproduktiv sind“, sagte Heike Grebien, Sprecherin der Grünen für Menschen mit Behinderungen. Grebien hat daher eine von rund 20.000 Personen unterschriebene Petition der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS in den Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen des Nationalrats eingebracht und wird diese dort mit allen Fraktionen diskutieren. Gefordert wird u.a. eine Anerkennung, Versorgung und soziale Absicherung für die Betroffenen sowie Investitionen in die Forschung.

„In den meisten Fällen beginnt die Krankheit mit einem scheinbar harmlosen Infekt, von dem sich die Betroffenen nicht mehr erholen“, erläuterte Kevin Thonhofer, Obmann der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS, die Problematik. Der Großteil der Betroffenen verliert die Arbeitsfähigkeit, 25 Prozent sind komplett an Haus oder Bett gebunden und pflegebedürftig, bis hin zur künstlichen Ernährung.

Die Krankheit wurde 1969 von der WHO als neurologisch eingestuft. Da es aber nach wie vor keine eindeutigen Biomarker für die Erkrankung gibt, ist der Weg zur Diagnosestellung für Betroffene oft langwierig und belastend. Eine weitere Sensibilisierung der Ärzteschaft und des Gesundheitspersonals könnte die Situation verbessern. Um soziale Absicherung müssten die Betroffenen trotz schwerer, körperlicher Einschränkungen fast immer gerichtlich kämpfen.

Welche Auswirkungen ein Infekt langfristig haben kann, werde durch die aktuelle Covid-19-Pandemie und die hohe Zahl an Long-Covid-Erkrankten sichtbar. Ein Teil der Betroffenen entwickelt die schwere Erkrankung ME/CFS, hieß es in der Aussendung.

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