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Frauenärzte raten Schwangeren zur Keuchhusten-Impfung

Frauenärzte empfehlen schwangeren Frauen ohne bestehenden Schutz eine Impfung gegen Keuchhusten. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte am Mittwoch in Düsseldorf mit. In Österreich ist das längst empfohlen.

red/Agenturen

Man gehe davon aus, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut bald mit einem entsprechenden Votum folgen werde. Ähnliche Empfehlungen gebe es bereits in den USA und in Großbritannien. Eine Impfung sollte im letzten Drittel der Schwangerschaft erfolgen.

Grundsätzlich sollten alle Impfungen vor einer Schwangerschaft abgeschlossen sein, hieß es von der Arbeitsgemeinschaft. Es gebe aber zwei Ausnahmen: Die Grippe- und die Keuchhusten-Impfung. „Gegen beide Infektionen lassen sich Frauen am besten nicht vor, sondern erst während der Schwangerschaft impfen“, riet Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen, beim Jahreskongress der Frauenärzte in Düsseldorf.

In Österreich gelten für Erwachsene bezüglich der Keuchhustenimpfung folgende Empfehlungen: Nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter und Auffrischungsimpfung im Schulalter soll bis zum vollendeten 60. Lebensjahr eine Auffrischungsimpfung mit Pertussis als Kombinationsimpfstoff mit Diphtherie (dip), Tetanus (TET), und Polio (IPV) alle zehn Jahre und ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre erfolgen.

Frauen mit Kinderwunsch sollten laut dem Österreichischen Impfplan schon vor Eintritt einer Schwangerschaft auf Pertussis-Impfschutz achten. Schwangere sollten ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, aber bevorzugt im dritten Drittel Schwangerschaft immunisiert werden, wenn deren letzte Pertussis-Impfung länger als zwei Jahre zum Geburtstermin zurückliegt.

„In zahlreichen Publikationen konnte die gute Verträglichkeit und Unbedenklichkeit der Impfung während der Schwangerschaft, die hohe Immunogenität bei Mutter und Kind sowie der Schutz vor Pertussis in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes dokumentiert werden", heißt es im aktuellen Österreichischen Impfplan. Ebenso sollten möglichst alle Personen im Umfeld eines Neugeborenen (Mutter, Vater, Großeltern, Geschwister, Babysitter, Tagesmütter etc.) geschützt sein.

Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Impfschutz überprüfen

Sowohl bei der Influenza als auch bei Keuchhusten werde das Baby für die ersten Lebenswochen vor den risikoreichen Infektionen geschützt. Beim Säugling mündeten Keuchhustenattacken häufig in gefährlichen Atemstillständen. Was die Influenza-Infektion angeht, so bestehe vor allem für die Mütter ein erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft.

„Wenn eine Familie alles richtig machen will“, so Wojcinski, „dann sind alle Bezugspersonen rund um das neugeborene Baby geimpft.“ Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Impfschutz überprüfen: „Ist die Schwangerschaft erst einmal eingetreten, dann ist es für Impfungen mit Lebendimpfstoffen - also Masern, Röteln, Mumps und Windpocken - zu spät.“

Schwangerschaft
„Wenn eine Familie alles richtig machen will dann sind alle Bezugspersonen rund um das neugeborene Baby geimpft", so Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen.
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