Coronavirus

Genehmigung für Remdesivir in Japan beantragt

Nach den USA könnte auch in Japan bald das Medikament Remdesivir des US-Pharmaunternehmens Gilead bei der Behandlung der Covid-19-Patienten eingesetzt werden. Ein entsprechender Antrag für eine Genehmigung sei am Montag eingereicht worden, sagt Ministerpräsident Shinzo Abe.

red/Agenturen

Am Freitag hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA den Einsatz des experimentellen Anti-Viren-Mittels in Notfällen gestattet. Das Medikament war ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden und gilt seit längerem als ein Hoffnungsträger in der Coronavirus-Pandemie. In den USA seien erste Ergebnisse einer Regierungsstudie sehr ermutigend ausgefallen, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci.

Geleakte Studie sät Zweifel an Wirksamkeit

Zuletzt ist der Wirkstoff Berichten zufolge bei einer klinischen Studie als Mittel gegen die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 durchgefallen. Allerdings ist diese Information mit Vorsicht zu genießen: Laut Medien wie der Gesundheitswebsite „Stat“, dem amerikanischen „Time“-Magazine sowie dem Hersteller Gilead gilt die Studie als viel zu verkürzte Darstellung und hätte gar nicht auf der WHO-Site veröffentlicht werden sollen, unter anderem, da sie sich noch im peer-review-Verfahren befände.

Laut einem Bericht der „Financial Times“ gelang es nicht, den Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern. Die Zeitung berief sich auf eine Zusammenfassung der Studie, die offenbar aus Versehen kurzzeitig auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu sehen war. Demnach waren bei dem klinischen Test in China 158 Infizierte mit Remdesivir behandelt worden, während eine Kontrollgruppe von 79 Patienten das Mittel nicht erhielt.

Nach einem Monat waren den Berichten zufolge 13,9 Prozent der Probanden, denen Remdesivir verabreicht worden war, gestorben. In der Kontrollgruppe waren es 12,8 Prozent.

In einzelnen Fällen bereits zur Behandlung von Patienten eingesetzt

Der Pharmakonzern Gilead Sciences, der das Mittel entwickelt hat, wies die Darstellung der Studienergebnisse in den Berichten zurück. Der auf der WHO-Website veröffentlichte Beitrag sei eine „unangemessene“ Zusammenfassung der Experiments. Amerikanische Medien wie die „Financial Times“ oder das „Time“ Magazinen stoßen dabei ins selbe Horn, WHO-Sprecher Tarik Jasarevic entschuldigte sich gar und meinte, die Studie wurde versehentlich veröffentlicht, man warte noch auf eine finale, peer-reviewte Version, bevor die WHO ihre entgültigen Kommentare dazu abgäbe.

Die Studie sei wegen geringer Beteiligung vorzeitig beendet worden und daher statistisch nicht signifikant. Zudem sei aus den Daten ein „möglicher Nutzen von Remdesivir“ abzuleiten, insbesondere bei Patienten in einem frühen Krankheitsstadium.

Remdesivir wird in einzelnen Fällen bereits zur Behandlung von Patienten eingesetzt. In mehreren Ländern finden klinische Studien mit Remdesivir statt. Laut der auf Gesundheitsthemen spezialisierte Website Stat hatte das Mittel bei Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Chicago große Wirkung gezeigt.

Remdesivir
Remdesivir zählt zu den Hoffnungsträgern im Kampf gegen Sars-CoV-2.
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