Mobilfunk 5G

Gesundheitsrisiken noch weitgehend im Dunklen

Die gesundheitlichen Risiken durch den neuen Mobilfunkstandard 5G sind noch nicht vollständig erforscht. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will die Auswirkungen des Netzausbaus untersuchen. Darüber hinaus rät die Behörde aber: „Gerade angesichts steigender Datenübertragungsmengen sollte die eigene Strahlenbelastung beim Telefonieren und Surfen geringgehalten werden."

red/Agenturen

Die größte Gefahr elektromagnetischer Felder besteht in der Wärmewirkung, wie sie bei Mikrowellen ausgenutzt wird. Allerdings sind die Grenzwerte für Mobilfunkgeräte so niedrig gewählt, dass bei Einhaltung der technischen Normen keine Schäden für Menschen zu befürchten sind. Dass bei Studien zu Handy-Vielnutzern deren Fruchtbarkeit vermindert ist, liegt laut BfS vermutlich an deren Lebensweise und nicht an den elektromagnetischen Feldern der Geräte.

Ob durch Handystrahlung ein Krebsrisiko besteht, ist nicht geklärt. „Für eine abschließende Beurteilung ist die Technologie noch zu jung", teilt das BfS mit. Krebserkrankungen entwickelten sich häufig erst über Zeiträume von 20 bis 30 Jahren.

Allerdings ist demnach die Frage noch offen, wie sich die Strahlenbelastung für die Bevölkerung verändert, wenn eine höhere Anzahl von Sendeanlagen mit geringer Leistung vor allem in städtischen Gebieten entsteht. Tatsächlich müssen die Netzbetreiber für den Aufbau des 5G-Netzes deutlich mehr Stationen installieren als für ältere Standards, weil die verwendeten Frequenzen eine vergleichsweise geringe Reichweite von nur wenigen hundert Metern haben. So könnte die gesamte Sendeleistung an manchen Standorten sehr hoch werden. Das BfS prüft deshalb, ob die Abstandsregelungen für Antennenstandorte angepasst werden müssen.

SAR-Wert im Auge behalten

Das BfS glaubt aber, dass viele Erkenntnisse aus der Erforschung älterer Mobilfunkstandards auf 5G übertragbar sind. „Innerhalb der gültigen Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen und bei Einhaltung der im Rahmen der Produktsicherheit an Mobiltelefone gestellten Anforderungen gibt es demnach keine bestätigten Belege für eine schädigende Wirkung des Mobilfunks", schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite.

Um dennoch kein Risiko einzugehen, rät das Bundesamt schon bei der Wahl des Telefons auf den sogenannten SAR-Wert achten: Je geringer der Wert, desto strahlungsärmer ist das Gerät. Gut seien Werte von 0,5 Watt pro Kilogramm. SAR steht für Spezifische Absorptionsrate und ist ein Maß für die vom Körpergewebe aufgenommene Hochfrequenzenergie bei der Nutzung von Mobiltelefonen.

Wer beim Telefonieren die Wahl hat, solle statt eines Smartphones zudem besser sein Festnetztelefon nutzen, rät das BfS. Zudem sollten Verbraucher Telefonate am Handy möglichst kurz halten, Textnachrichten schreiben und nicht bei schlechtem Empfang telefonieren. Denn je schwächer die Verbindung zur nächsten Basisstation, desto intensiver arbeitet das elektromagnetische Feld in der Nähe des Telefonierenden.

Die Autokarosserie zum Beispiel verschlechtert die Verbindung, weshalb das Handy mit einer höheren Leistung sendet. Entscheidend für die Strahlenbelastung ist auch der Abstand des Geräts zum Körper. Wer über ein Headset telefoniert, setzt seinen Kopf geringerer Strahlung aus.

Verbraucher, die viel mit ihrem Smartphone oder Tablet im Internet surfen, sollten dies am besten bei gutem Empfang oder im WLAN tun, rät das BfS. Im drahtlosen Netz sei die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei gängigen Mobilfunkstandards wie LTE. Außerdem ist es demnach besser, wenn Verbraucher ihre E-Mails manuell nur bei Bedarf abrufen.

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