Brustkrebstherapie

Gezieltere Strahlentherapie verkürzt Behandlungsdauer

Eine gezieltere Strahlentherapie-Methode bei Brustkrebs verkürzt die Behandlungsdauer deutlich und bietet hervorragende Verträglichkeit. Am Allgemeinen Krankenhaus in Wien wird die Umsetzung des neuen Behandlungsregimes für Anfang des zweiten Quartals 2022 vorbereitet, teilte die MedUni Wien/AKH am Mittwoch mit. Forschende des eigenen Comprehensive Cancer Center (CCC) hatten bereits an der internationalen Studie zur Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie mitgewirkt.

red/Agenturen

Diese kommt bei Niedrigrisikopatientinnen infrage, auch bei Patientinnen mit einem kleinen Mammakarzinom ohne beteiligte Lymphknoten, wurde in einer Aussendung erläutert. Bei dem Verfahren wird die Strahlenquelle über mehrere Applikatoren vorübergehend ins Gewebe eingebracht. Von dem neuartigen Bestrahlungsregime soll rund ein Drittel der Brustkrebspatientinnen profitieren.

Bei der Teilbrustbestrahlung wird im Gegensatz zur Ganzbrustbestrahlung nur das Areal bestrahlt, aus dem der Tumor zuvor chirurgisch entfernt wurde. Die Studie zeigte, dass eine Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie genauso gut vor einem Wiederkehren der Erkrankung schützt, wie die traditionelle Ganzbrustbestrahlung, dabei aber wesentlich weniger Normalgewebe, wie etwa Haut, Lunge oder Herz belastet wird.

„Weniger Strahlenbelastung, gleicher Behandlungserfolg“

Neben der Brachytherapie habe sich über die vergangenen Jahre auch die Teilbrustbestrahlung mittels Außenbestrahlung etabliert, berichtet die MedUni. Diese werde derzeit innerhalb von ein bis drei Wochen ambulant mit bester Verträglichkeit durchgeführt. Seit den 1980er-Jahren mussten sich Patientinnen nach brusterhaltender Operation täglich einer fünf- bis sechswöchigen Strahlentherapie unterziehen, was 25 bis 30 Behandlungen bedeutete. Bereits 2013 zeigten Langzeitdaten zur sogenannten Hypofraktionierung, dass eine Reduktion der Behandlungsdauer auf 15 Bestrahlungen gleich gute Behandlungsergebnisse bei weniger Nebenwirkungen bringt, hieß es in der Aussendung.

„Für unsere Patientinnen bedeutet das nun weniger Strahlenbelastung bei gleichwertigem Behandlungsergebnis, und dies mit weniger Nebenwirkungen (Hautreizungen und Müdigkeit) und weniger Zeitaufwand. Das ist vor allem für Frauen, die im Arbeitsleben stehen, Kinder zu betreuen haben oder weit entfernt vom Behandlungsort leben, von großer Relevanz“, betonte Daniela Kauer-Dorner, Universitätsklinik für Radioonkologie von MedUni Wien und AKH Wien sowie Mitglied des CCC. Neben der Weiterentwicklung von Diagnose, Therapie und Nachbehandlung sei Vorsorge und Vorbeugung beim Thema Krebs besonders wichtig, wurde zudem anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar betont.

 

Brustkrebs
Rund 5.600 Betroffene erkranken in Österreich jedes Jahr an Brustkrebs.
iStock thomasandreas