Human Frontier Science Program: Zwei Förderpreise für Austro-Forscher

Der Zellbiologe Carl-Philipp Heisenberg vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) und der Biochemiker Robert Ahrends von der Uni Wien erhalten hochdotierte Förderungen aus dem „Human Frontier Science Program“. Letzterer wird in seinem mit 1,2 Mio. Euro bedachten Projekt die Rolle von Lipiden am Übergang zwischen Nervenzellen erforschen. Heisenberg widmet sich in seinem Vorhaben den Mechanismen, die hinter der Formenvielfalt der Tiere stecken.

red/Agenturen

Vergeben werden die Förderpreise von der International Human Frontier Science Program Organization (HFSPO). Zum Zug kommen demnach ausschließlich hoch innovative und riskante Pionier-Projekte im Bereich der Lebenswissenschaften, die unter das Thema „Komplexe Mechanismen lebender Organismen“ fallen. Im Bereich der Forschungsprojekte waren insgesamt 32 Teams weltweit erfolgreich, heißt es seitens der HFSPO. Um die Mittel in der Höhe von insgesamt 37 Mio. Dollar (rund 33,5 Mio. Euro) ritterten 716 Forschungsteams aus 50 Ländern.

Der am ISTA in Klosterneuburg (NÖ) tätige Heisenberg und sein Team gehen über die Laufzeit von drei Jahren der Entwicklung und Gestaltung verschiedener Tiere nach. Dabei werden sich die Wissenschafter auf Strukturen - sogenannte Intermediärfilamente - fokussieren, die zentral daran beteiligt sind, Zellen ihr Gerüst zu geben. Deren Funktion beim Aufbau von Embryonen werde man aus den Perspektiven der Entwicklungsbiologie, der Zellmechanik sowie der Evolutionsbiologie untersuchen, so das ISTA in einer Aussendung.

Mit den feinen Unterschieden an den Schnittstellen zwischen Neuronen (Synapsen) beschäftigt sich der am Institut für Analytische Chemie tätige Ahrends zusammen mit Kollegen von der University of Wollongong (Australien), vom Leibniz-Institut für Neurobiologie (Deutschland) und von der Universität Leuven (Belgien). Das Team wird sich der Vielfalt an der dortigen Zelloberfläche befindlichen Eiweiße (Proteinen) und Fette (Lipiden) widmen. „Lipide machen den Großteil der synaptischen Zellmembran aus, und man geht davon aus, dass sie eine entscheidende Rolle bei der Signalübertragung spielen. Während die Rolle der Proteine bei der synaptischen Übertragung relativ gut verstanden ist, sind die Lipide noch eine große Unbekannte,“ so Ahrends, der als Leiter des Projekts fungiert. Die Arbeit könnte dazu beitragen, die Grundlagen von Alterung oder neurologischer Erkrankungen besser zu verstehen, teilte die Uni Wien am Dienstag mit.