Coronavirus

IIASA-Studie: Luftverkehr förderte schnelle Verbreitung

Was seit SARS (2002) längst bekannt war und sich zu Beginn der „Schweinegrippe"-A(H1N1)-Pandemie zeigte, belegt jetzt auch eine Studie des Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg: Internationale Flugverbindungen trugen mehr zur schnellen Verbreitung von SARS-CoV-2 bei als bodengestützte Kontakte zwischen Nachbarstaaten.“

red/Agenturen

Die Resultate deuten darauf hin, dass grenzüberschreitende Verbreitung, speziell via internationale Flugverbindungen, eine besonders wichtige Rolle in den frühen Stadien der Virus-Ausbreitung spielten und dass die Lahmlegung internationaler Flughäfen und Grenzsperren wirklich wichtige Mittel waren, um ein weiteres Übergreifen von Land zu Land zu verhindern. Es scheint, als hätten Regierungen, welche früh Handlungen setzten, um den übernationalen Flugpassagierverkehr zu reduzieren, richtig in der Prävention einer weiteren Ausbreitung der Infektion gehandelt“, stellte die IIASA am Montag in einer Presseaussendung fest.

Untersuchung zeigte erneut, was seit SARS und „Schweinegrippe“ längst bekannt war

Die Studie mit entsprechenden Kalkulationen von Tamas Krisztin und anderen Experten wurde in den „Letters in Spatial and Resource Sciences“ erschienen (DOI: 10.1007/s12076-020-00254-1). Die Experten verwendeten dabei auch Werkzeuge, die sonst zur Bestimmung von Warenaustausch etc. zwischen Ländern und größeren geografischen Räumen verwendet werden.

An sich ist die Tatsache, dass in der globalisierten Welt speziell der Flugverkehr die internationale Verbreitung von Krankheitserregern begünstigen kann, seit mindestens knapp 20 Jahren bekannt. 2002 kam es in China zum Ausbruch von SARS. Via Flugverkehr tauchte die Krankheit mit einer Todesrate von an die zehn Prozent auch binnen Tagen in Kanada und vielen anderen Ländern auf. Vor dem Ausbruch der Influenza-Pandemie („Schweinegrippe“) 2009 lagen ausgefeilte Computermodelle über die mögliche Ausbreitung einer solchen Seuche per Flugzeug vor.

Somit bestätigt die IIASA-Studie dieses Faktum erneut. Auf der anderen Seite sollte es auch Verantwortliche dabei bremsen, in solchen Fällen schnellsten Grenzsperren „zu Lande“ zu verhängen. Ob Militär oder Polizei zusätzlich an den Grenzübergängen oder nicht, das macht offenbar deutlich weniger aus.

Das Institut in der Aussendung: „Interessant ist auch das Faktum ist auch, dass die Ausbreitung zwischen Staaten am ehesten durch den internationalen Flugverkehr und weniger durch gemeinsame Grenzen (Verbreitung durch Reisen auf dem Landweg) erklärt werden konnte.“ Die Wissenschafter würden herausstreichen, dass deshalb Österreich wahrscheinlich mehr von SARS-CoV-2 betroffen war als seine osteuropäischen Nachbarländer.